Archiv für die Kategorie: “Wirtschaft”
Nur ein kurzer Einwurf von mir: Wie der Spiegel in seiner Online-Ausgabe berichtete, haben sich einige Politiker zu Wort gemeldet, die den geplanten Börsengang der Deutschen Bahn verhindern wollen. Nicht, weil sie nun die Bedeutung einer staatlich geführten Bahn für die Verkehrsplanung entdeckt hätten. Grund ist vielmehr, daß derzeit weltweit Börsenkurse und Aktienwerte ins Bodenlose fallen und es somit sehr wahrscheinlich ist, daß der Erlös aus dem Aktienverkauf weitaus geringer ausfallen wird als geplant – die Rede ist von höchstens vier Milliarden Euro, und das sind einmalige EInnahmen. Zum Vergleich: Allein im Bundeshaushalt 2008 sind für das Verkehrsministerium 24,4 Mrd Euro eingeplant.
An dieser Stelle möchte ich keinen Roman über das für und wider Bahnprivatisierung verfassen (ich halte die Idee samt ihrer Umsetzung nach wie vor für äußerst bescheiden). Bemerkenswert ist allerdings, daß am Ende vielleicht wieder das Richtige aus den falschen Gründen getan wird – also aus finanziellen Erwägungen heraus. So ist beispielsweise beim Kauf von Automobilen derzeit auch ein Trend hin zum Downsizing zu erkennen, neu angeschaffte Fahrzeuge sind im Mittel kleiner und sparsamer als das alte Modell. Die Vorliebe für umweltschonende, sparsame Fahrzeuge steigt proportional zum Spritpreis und führt in vielen Fällen dazu, daß die Menschen ganz auf ein Auto verzichten. Womit wir wieder bei der Rolle der Bahn bei der Bewältigung des zukünftig zu erwartenden Verkehrsaufkommens wären. Es wäre wirklich schade, wenn wir das gute Tafelsilber unter Wert verscherbeln würden.
Schlagwörter: Bahn, bahnprivatisierung, börsengang
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Ein Artikel bei n-tv erinnerte nochmals an einen unangenehmen Umstand, den Biotreibstoffe normalerweise mit sich bringen: Dort, wo Pflanzen zur Kraftstoffgewinnung wachsen, können normalerweise keine Nahrungsmittel angebaut werden, was beispielsweise in den USA schon zur Verteuerung von Mais geführt hat, da die Ernte zum großen Teil für die Ethanolproduktion verwendet wird.
Die Jatropha bringt dieses Problem aus zwei Gründen nicht mit sich. Zum einen sind die stark ölhaltigen Nüsse ungeniessbar und können selbst nicht als Nahrungsmittel verwendet werden, zum anderen nimmt sie anderen Nutzpflanzen in der Regel keine Anbaufläche weg – die Jatropha scheint so genügsam zu sein, dass sie auch auf äußerst kargen Böden wächst, auf denen andere Kulturpflanzen nicht gedeihen. Nicht, dass sie dadurch in Mitteleuropa wachsen würde, Jatrophas sind eher in tropischen bis subtropischen Gebieten beheimatet.
Bislang wird die Pflanze eher in kleinerem Maßstab angebaut (wie z.B. bei diesem Projekt in Tansania). Das Potential für eine Verwendung im großen Maßstab scheint allerdings durchaus gegeben zu sein: So meint beispielsweise der Stuttgarter Professor Klaus Becker, Indien könne schon in ein paar Jahren etwa 40% seines Dieselbedarfs durch Jatropha-Öl decken.
Bislang wurde noch nichts nachteiliges an der Jatropha erwähnt. Allerdings wäre es ein Novum, wenn nicht auch in diesem Fall jemand ein Haar in der Suppe finden würde.
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Eine heute in Frankfurt/Main vorgestellte Klimastudie der Deutschen Bank kommt zu dem Schluß, dass Teile der Wirtschaft vom Klimawandel profitieren werden. So werden die meisten Unternehmen auch nicht nur unmittelbar von den Veränderungen betroffen sein, sondern bereits von staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Folgen des Klimawandels, so die Finanzexperten.
Zwar steht in der Studie wohl nichts, was wirklich überrascht, aber wissenschaftliche Untersuchungen sind für die Planungen von Unternehmen eine bessere Grundlage als bloße Vermutungen. Zu den wahrscheinlichen Gewinnern des Klimawandels werden demnach vor allem Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, Maschinenbau und Elektrotechnik, Gen- und Biotechnologie und ganz besonders die Baubranche zählen.
Letztere könnte sogar doppelt profitieren. Natürlich werden Bauunternehmen und branchenverwandte Firmen mehr Aufträge erhalten, um beispielsweise vorhandene Gebäude zu modernisieren und somit energieeffizienter zu machen. Allerdings erwähnt der Spiegel zum selben Thema, dass “die Beseitigung von Schäden nach extremen Wetterereignissen Sonderkonjunkturen auslösen” könnte. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass – so betrachtet – auch Kriege konjunkturfördernd seien (was im Fall der Baubranche nicht einmal falsch wäre). Es bewahrheitet sich jedenfalls, dass eine Belebung der Wirtschaft Gewinner und Verlierer haben kann – so schön es für die Bauunternehmen auch wäre, lauter überflutete Häuser in Hochwassergebieten sanieren zu können, irgend jemand wird den Spaß bezahlen müssen.
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Wenn deutschen Brauern schlechtes widerfährt – das ist den Amis eine Nachricht wert. Zumindest berichtet AutoblogGreen, dass die Produktion von Biotreibstoffen für die Erhöhung der Bierpreise verantwortlich ist. Deutsche Brauer müssen in diesem Jahr ihre Gerste zu höheren Preisen einkaufen, da die Gersten-Ernte 2006 ziemlich schlecht ausgefallen ist, was sich natürlich auf den Preis des Endprodukts niederschlägt. Doch die schlechte Ernte ist wohl nur zum Teil Schuld an der Gersten-Knappheit, zumindest laut dem Deutschen Brauerbund. In einem Bericht der Lausitzer Rundschau heisst es, dass viele Landwirte wegen der niedrigen Preise, die sie für ihre Gerste erzielen, lieber nachwachsende Rohstoffe für die Energieproduktion anbauen, die offenbar einträglicher sind.
Das Problem erscheint natürlich vergleichsweise lächerlich im Vergleich zu den Sorgen der Bevölkerung Mexicos, die für Tortillas, eines ihrer wichtigsten Nahrungsmittel, dramatisch gestiegene Preise zahlen müssen. Aber das Dilemma ist das Selbe: Nahrungsmittel und Energiegewinnung konkurrieren zunehmend um Anbauflächen. Und auch wenn sich das Problem hierzulande offenbar vorerst darauf beschränkt, dass für den Biergartenbesuch etwas höhere Ausgaben eingeplant werden müssen, werden sich die knappen Anbauflächen auf Dauer auch auf die Preise für Grundnahrungsmittel auswirken.
P.S.: Weshalb die Nachricht von der Verteuerung deutschen Bieres ausgerechnet ausgerechnet bei AutoblogGreen erschien, ist mir nach wie vor ein Rätsel.
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…haben auch andere Leute etwas geschrieben (z.B. bei Readers Edition). Wie die meisten guten Artikel, so blieb auch dieser nicht unkommentiert oder gar unkritisiert, und so habe auch ich meinen Senf dazugegeben. Da dies ein längerer Roman geworden ist, bin ich zu dem Schluß gekommen, dass ich Auszüge meines Kommentars ebensogut hier gleich mit veröffentlichen kann (denn das war ja einer der Gründe, warum ich an diesem Blog überhaupt mitschreibe).
[...]Im übrigens halte ich die centgenaue Abrechnung in punkto Amortisierung für Erbsenzählerei. Ich weiß nicht genau, woher die oben erwähnten Mehrkosten von 12.500 Euro pro Auto herkommen, aber nehmen wir diesen Wert mal als gegeben. Für 12.500 Euro bekommt man bei den derzeitigen Preisen ca. 10.000 Liter Diesel, was bei einem optimistisch angenommenen Spritverbrauch von 8 Litern auf 100 km für 120.000 bis 130.000 km reicht. Da die Energiekosten bei Elektrofahrzeugen, wie oben angenommen, etwa bei einem sechstel eines herkömmlichen Autos liegen, schlagen wir einfach nochmal locker-flockig 30.000 km drauf, und kommen zu dem Schluß, dass La Poste seine Investition nach 160.000 km wieder raus hat. Nur auf Treibstoffkosten bezogen. Nach 160.000 km schmeisst ein Postzusteller ein Auto normalerweise noch nicht weg. Bei dieser Laufleistung kann ein Lithium-Ionen-Akku bereits an Speicherfähigkeit einbüssen, erfahrungsgemäß kann man ihn allerdings noch eine ganze Weile weiterverwenden. Ich erwähne das hier nur, weil die Akkus das teuerste am ganzen Elektrofahrzeug ist.
Da das noch nicht alles ist, zähle ich noch einige Gründe auf, die La Poste wohl mit dazu bewogen haben, Elektrofahrzeuge für ihre Flotte anzuschaffen. 1.) Elektroautos verkraften den typischen Stop-and-go-Betrieb im Zusteller-Alltag wesentlich besser als ein Verbrennungsmotor, insbesondere Dieselmotoren mögen es nicht, wenn man immer wieder stoßweise Gas gibt, um an der nächsten Milchkanne anzuhalten. 2.) Die Kupplung mag das auch nicht. 3.) Ein Elektroauto braucht weder Schmieröl noch Luftfilter, Kraftstofffilter, Glühkerzen, Ölfilter, Keilriemen, Zahnriemen, Lichtmaschine, Kraftstoffleitung – oder überhaupt, eine Auspuffanlage. Vereinfacht dargestellt: Akku + Motor, Kabel und Elektronik dazwischen – fertig. Das ganze läuft weitestgehend wartungsfrei und – was für einen Postzusteller von grösstem Interesse ist – sehr zuverlässig! Wie man es auch dreht und wendet, eigentlich ist es eher verwunderlich, dass auf kurzen Strecken immer noch am Verbrennungsmotor festgehalten wird.
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Nachdem die französische Post mit der geplanten Anschaffung von 10.000 Elektrofahrzeugen dem Markt hier in Europa einen ordentlichen Schub verleihen wird (wie bereits berichtet), geschieht ähnliches gerade in den USA: Wie der Autohersteller ZAP! auf seiner Seite vermeldet, hat die Chicagoer Electric Vehicle Company (EVC) einen Auftrag über die Bestellung von Elektrofahrzeugen im Gesamtwert von 79 Millionen Dollar angekündigt. Die EVC ist ein Projekt zweier Hedge-Fonds und vertreibt Zero-Emission-Fahrzeuge an Großabnehmer und hat außerdem das Ziel, die weltweit erste auf Elektrofahrzeuge spezialisierte Vertriebskette zu schaffen. Schaut man sich die Modelpalette von ZAP! an, darf man bei den ausgelieferten Fahrzeugen von einem Durchschnittspreis von 10.000 bis 12.000 Dollar ausgehen, das Unternehmer wird also etwa 6.000 bis 7.500 Autos an EVC ausliefern – für Elektrofahrzeuge eine stattliche Anzahl.
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Laut Spiegel online will die französische Post in den nächsten fünf Jahren 10.000 Elektroautos für ihre Firmenflotte ordern (die derzeit ca. 60.000 Fahrzeuge umfasst). Diese Entscheidung könnte ein wichtiger Impuls für die Industrie sein, da reine Elektroautos derzeit ein reines Nischenprodukt sind. Die erste EU-weite Ausschreibung von 500 Fahrzeugen wäre bereits die grösste ihrer Art. Ich bin ziemlich neugierig darauf, welcher Hersteller den Zuschlag bekommt, rechne allerdings auch damit, dass es ein französischer Hersteller sein wird – was allerdings auch daran liegt, dass diese bereits entsprechende Fahrzeuge anbieten (und nicht zuletzt so die Investition innerhalb Frankreichs getätigt wird). Das meiner Meinung nach interessanteste Konzept hierzu stammt von Cleanova, ein Unternehmen des französischen Flugzeugbauers Dassault. Cleanova baut Elektroantriebe inklusive Lithium-Ionen-Akkus in bestehende Fahrzeugkarosserien ein, unter anderem auch in den Renault Kangoo.
Da die Reichweite neuerer Elektrofahrzeuge im Bereich von 150 bis 200 km liegt, spricht eigentlich alles dafür, Briefzusteller in Zukunft mit strombetriebenen Autos auszustatten, da diese insbesondere im Stop-and-go-Betrieb erhebliche Vorteile haben, was Verbrauch und auch Verschleiss angeht. So werden im Laufe der Zeit auch die geschätzten Mehrkosten bei der Anschaffung von 7.500 bis 8.000 Euro pro Fahrzeug (im Falle des Cleanova) wieder eingespart. Außerdem werden Elektroautos in Frankreich derzeit mit 3.200 Euro bezuschusst, was ebenso für Privatleute wie für Industrie gilt.
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Eigentlich ist es nur logisch und nicht weiter verwunderlich, dass mit dem Schwinden der Erdölreserven immer ausgefallenere Methoden zur Treibstoffgewinnung erdacht werden. Im Trend sind derzeit Kraftstoffe auf Basis von Pflanzenöl für Dieselmotoren bzw. Ethanol für Ottomotoren. Was allerdings zur Folge hat, dass Landwirtschaft zum Zweck der Nahrungsproduktion mittlerweile in Konkurrenz zum Energiepflanzenanbau steht. Anbauflächen werden knapper, die Preise für Nahrungsmittel steigen. Was Sprit aus nachwachsenden Quellen angeht, wird wohl kein Weg an “Biotreibstoffen der zweiten Generation” vorbei führen, bei denen nicht nur die Früchte, sondern ganze Pflanzen oder auch Restholz verwertet werden.
Wenn allerdings die Energiegewinnung aus Biomasse zur Sprache kommt, sind damit vor allem Pflanzen gemeint. Hin und wieder kommt es allerdings vor, dass jemandem einfällt, dass auch Tiere unter diesen Begriff fallen könnten. Da Tierkörper meist einen gewissen Fettanteil enthalten, wirkt diese Idee zwar meist etwas befremdlich, ist aber nicht komplett aus der Luft gegriffen (auch wenn dies schon zu absurden Meldungen geführt hat). Nun stolperte ich allerdings jüngst über einen Artikel in der FAZ (“Schwein im Tank” – gut, dass niemand in der Redaktion auf “Pferde-Stärke” gekommen ist), wonach in den USA (wie auch bei uns, nur wesentlich intensiver) daran geforscht wird, tierisches Material in Kraftstoff zu verwandeln. Tatsächlich vermeldete der US-Ölkonzern ConocoPhilips (das sind die mit den JET-Tankstellen), dass sie eine strategische Allianz mit der Tyson Food Inc. eingegangen seien, um gemeinsam “erneuerbare Diesel-Kraftstoffe der nächsten Generation zu produzieren und zu vermarkten“.
Muss man jetzt also befürchten, dass Rinder, Schweine und Geflügel eigens zur Treibstoffgewinnung produziert werden? Wohl kaum, schon allein deshalb nicht, weil es sich nicht rechnet – geniessbares Fleisch bringt als Nahrung pro Kilogramm mehr ein als ein Liter Kraftstoff (und falls es sich doch eines Tages als gewinnbringend erweisen sollte, wird es hoffentlich weltweit Gesetze dagegen geben!) Nein, es wird wohl eher daran gedacht, Schlachtabfälle in Treibstoff zu verwandeln anstatt diese, wie es jetzt der Fall ist, entweder für die Produktion von Fleisch- und Knochenmehl zu verwenden oder sie zu verbrennen. Man mag von der Idee an sich also halten, was man will: Wenn man sein Auto mit den Resten toter Tiere füttert, ist das ethisch zumindest nicht fragwürdiger als das, was wir jetzt mit dem Zeug machen. Immerhin, ConocoPhillips will auf diese Weise 650 Millionen Liter Diesel pro Jahr herstellen. Das bedeutet, das wir durch den Einsatz tierischer Fette aus Abfällen eine ganze Menge fossiler Brennstoffe einsparen könnten – allerdings bedeutet es wohl auch, dass wir einfach zu viel Fleisch essen.
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