Zu La Poste und den Elektroautos…
Geschrieben von Curaitis in Elektrofahrzeug, Meinungen, Wirtschaft…haben auch andere Leute etwas geschrieben (z.B. bei Readers Edition). Wie die meisten guten Artikel, so blieb auch dieser nicht unkommentiert oder gar unkritisiert, und so habe auch ich meinen Senf dazugegeben. Da dies ein längerer Roman geworden ist, bin ich zu dem Schluß gekommen, dass ich Auszüge meines Kommentars ebensogut hier gleich mit veröffentlichen kann (denn das war ja einer der Gründe, warum ich an diesem Blog überhaupt mitschreibe).
[...]Im übrigens halte ich die centgenaue Abrechnung in punkto Amortisierung für Erbsenzählerei. Ich weiß nicht genau, woher die oben erwähnten Mehrkosten von 12.500 Euro pro Auto herkommen, aber nehmen wir diesen Wert mal als gegeben. Für 12.500 Euro bekommt man bei den derzeitigen Preisen ca. 10.000 Liter Diesel, was bei einem optimistisch angenommenen Spritverbrauch von 8 Litern auf 100 km für 120.000 bis 130.000 km reicht. Da die Energiekosten bei Elektrofahrzeugen, wie oben angenommen, etwa bei einem sechstel eines herkömmlichen Autos liegen, schlagen wir einfach nochmal locker-flockig 30.000 km drauf, und kommen zu dem Schluß, dass La Poste seine Investition nach 160.000 km wieder raus hat. Nur auf Treibstoffkosten bezogen. Nach 160.000 km schmeisst ein Postzusteller ein Auto normalerweise noch nicht weg. Bei dieser Laufleistung kann ein Lithium-Ionen-Akku bereits an Speicherfähigkeit einbüssen, erfahrungsgemäß kann man ihn allerdings noch eine ganze Weile weiterverwenden. Ich erwähne das hier nur, weil die Akkus das teuerste am ganzen Elektrofahrzeug ist.
Da das noch nicht alles ist, zähle ich noch einige Gründe auf, die La Poste wohl mit dazu bewogen haben, Elektrofahrzeuge für ihre Flotte anzuschaffen. 1.) Elektroautos verkraften den typischen Stop-and-go-Betrieb im Zusteller-Alltag wesentlich besser als ein Verbrennungsmotor, insbesondere Dieselmotoren mögen es nicht, wenn man immer wieder stoßweise Gas gibt, um an der nächsten Milchkanne anzuhalten. 2.) Die Kupplung mag das auch nicht. 3.) Ein Elektroauto braucht weder Schmieröl noch Luftfilter, Kraftstofffilter, Glühkerzen, Ölfilter, Keilriemen, Zahnriemen, Lichtmaschine, Kraftstoffleitung – oder überhaupt, eine Auspuffanlage. Vereinfacht dargestellt: Akku + Motor, Kabel und Elektronik dazwischen – fertig. Das ganze läuft weitestgehend wartungsfrei und – was für einen Postzusteller von grösstem Interesse ist – sehr zuverlässig! Wie man es auch dreht und wendet, eigentlich ist es eher verwunderlich, dass auf kurzen Strecken immer noch am Verbrennungsmotor festgehalten wird.
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