Archiv für die Kategorie: “Klimawandel”
FTD.de – EU-Plan: Autobauer erhalten mehr Zeit für Klimaschutz – Europa.
Aufatmen für die deutschen PKW-Hersteller – Luftanhalten und rot anlaufen für Klimaschützer:
Das Gesetz soll dazu beitragen, das schädliche Treibhausgas zu reduzieren. Die EU will bis 2020 eine Reduktion um 20 Prozent erreichen. Doch vor allem die deutsche Autoindustrie kämpft gegen die Richtlinie, weil sie auf Oberklassewagen mit hohen CO2-Emissionen spezialisiert ist und die Umweltbelastung wesentlich stärker reduzieren müsste als die Konkurrenz in Frankreich und Italien.
So sieht Klimaschutz in Deutschland aus. Mittels Totschlagargumenten wie “der Sicherung von Arbeitsplätzen” oder “der Stärkung der heimischen Wirtschaft” wird die notwendige Idee torpediert. Auch die angedachten Strafen sollen reduziert werden, insbesodere die Produzenten der Premiumklasse dürften mit etwigen Strafen aber auch kein Problem haben, erzielen sie doch gerade in diesem Bereich der Oberklassewagen die notwendigen Gewinne.
Schlagwörter: EU, Klimapolitik, Wirtschaft
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Als an der Umwelt und dem Klimawandel interessierten Menschen fällt es einem manchmal sehr schwer zu abstrahieren. Wie sehr ist der Klimawandel ein Thema in der Gesellschaft?
Auch oder gerade die Berichterstattung in den klassischen Printmedien oder deren Online-Ablegern kann auch nicht immer als akute Messlatte genommen werden, momentane Skandale werden hochgepuscht, Sommerlöcher gefüllt und auf die Quote geachtet. Das Thema Klimawandel ist da doch eher kurzfristig von Beachtung.
Eine weitere Methode wäre diese Betrachtung des Klimawandels, mit Google Trends.
Nun, ein Optimist würde sagen, der Klimawandel ist immer noch im Gespräch, und mehr als vor einigen Jahren.
Realistisch betrachtet war der Klimawandel bei Google vor 2 Jahren noch kein großes Thema, erst letztes Jahr kam passend zu den Preiserhöhungen am Jahresanfang und Jahresende ein Interesse an diesem Thema auf. Auch ein wahres Sommerloch kann man erkennen. Warum nun Google Trends? Wieso gerade diese Methode? Nun, das ist irgendwie schon recht einfach. Gerade der “normale Bürger”, der keine wissenschaftlichen Methoden zur Hand hat oder dem es am Expertenwissen mangelt fragt als erstes bei Google an, zu einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit. Und genau diese Gruppe ist es, die über die Folgen der globalen Erwärmung und des Klimawandels informiert werden müssen.
Für 2008 sehen wir ein eher trauriges Bild. Das Thema flaut nach und nach ab, trotz akuter Fälle und verschiedener globaler Extreme über die berichtet wird ist der Klimawandel nicht interessant genug um in der Aufmerksamkeit zu bleiben.
Sicherlich kann man kein absolutes Desinteresse allein anhand dieser einen, nicht sonderlich objektiven Quelle herleiten, doch ein Indiz kann es sein. Klimawandel ist kein beliebtes Thema.
Wie sieht es dann mit der globalen Erwärmung aus?
Leider kein großartig anderes Bild oder? Sicherlich bleibt dieses Schlagwort etwas eher im Gebrauch als der Klimawandel, drückt es die Probleme doch auf einer etwas deutlicheren Art und Weise aus, doch auch hier sind nach einigen Höhepunkten 2007 das Interesse abgefallen.
Es fehlt vielleicht etwas an einem Maßstab, um die Bedeutung der Themen vergleichen zu können. Unabhängig von den Punkten des hohen und des niedrigen Interesse, wie sehr waren diese Themen gefragt?
Da wir uns auf die deutschen Begrifflichkeiten beschränkt haben, nehmen wir auch erstmal lokale Themen aus dem deutsprachigen Raum,die 2007 und 2008 im Gespräch waren.
Fangen wir 2007 mit Heiligendamm an, einem kritischen Thema da dort der G8 Gipfel statt fand. Wie man sehen kann sehr hohes Interesse zum Zeitpunkt des Gipfels, sehr geringes im Vor und auch im Nachfeld. Doch das allgemeine Interesse zum Zeitpunkt des Gifpels ist im ein vielfaches Höher als die Maxima bei der Suche nach Klimawandel oder globaler Erwärmung. Nun, kritische Themen sind vergleichbar abhängig von der Aktualität? Wird also auf den Klimawandel und die globale Erwärmung einfach nicht genug hingewiesen?
Wie wäre es mit einem neuen Mobiltelefon? Oder mit solchen Seiten?
2008 ist nun noch nicht vorbei, doch was für Themen überholen den Klimawandel?
Wer nun auf Europameisterschaft oder die olympischen Sommerspiele getippt hat, den muss ich leider enttäuschen, nur ein kurzes Vergnügen bieten diese Begriffe…
Aber auch dieses Jahr gibt es Themen die den Menschen wichtiger erscheinen als der Klimawandel. Na dann noch einen schönen Herbst!
Schlagwörter: Öffentlichkeit, Globale Erwärmung, Klimawandel, Wahrnehmung
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Eine heute in Frankfurt/Main vorgestellte Klimastudie der Deutschen Bank kommt zu dem Schluß, dass Teile der Wirtschaft vom Klimawandel profitieren werden. So werden die meisten Unternehmen auch nicht nur unmittelbar von den Veränderungen betroffen sein, sondern bereits von staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Folgen des Klimawandels, so die Finanzexperten.
Zwar steht in der Studie wohl nichts, was wirklich überrascht, aber wissenschaftliche Untersuchungen sind für die Planungen von Unternehmen eine bessere Grundlage als bloße Vermutungen. Zu den wahrscheinlichen Gewinnern des Klimawandels werden demnach vor allem Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, Maschinenbau und Elektrotechnik, Gen- und Biotechnologie und ganz besonders die Baubranche zählen.
Letztere könnte sogar doppelt profitieren. Natürlich werden Bauunternehmen und branchenverwandte Firmen mehr Aufträge erhalten, um beispielsweise vorhandene Gebäude zu modernisieren und somit energieeffizienter zu machen. Allerdings erwähnt der Spiegel zum selben Thema, dass “die Beseitigung von Schäden nach extremen Wetterereignissen Sonderkonjunkturen auslösen” könnte. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass – so betrachtet – auch Kriege konjunkturfördernd seien (was im Fall der Baubranche nicht einmal falsch wäre). Es bewahrheitet sich jedenfalls, dass eine Belebung der Wirtschaft Gewinner und Verlierer haben kann – so schön es für die Bauunternehmen auch wäre, lauter überflutete Häuser in Hochwassergebieten sanieren zu können, irgend jemand wird den Spaß bezahlen müssen.
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Nachdem die Farce nun zum Eklat geworden ist kann man ja mal wieder auf verschiedene Wetterberichte achten. Hier haben wir das Aprilwetter, doch bislang ist das wohl noch nicht störend aufgefallen. Schauen wir mal kurz über den Atlantik:
An der Westküste brennt es, mal wieder. Das Feuer ist natürlich nicht durch einen Klimawandel entzündet worden. Letzterer sorgt dafür aber für eine schön trockene Grundlage.
In der Mitte sorgt man sich hingegen um Überschwemmungen. Die einen sind zu trocken, die anderen haben zuviel Wasser.
An der anderen Seite, in Florida ist man wiederum über jeden Tropfen Wasser dankbar, hier fürchtet man eine Dürre. Erste Begrenzungen der Wasserverwendung werden wohl heute oder morgen bekannt gegeben. Den Rasen nur einmal die Woche sprengen zu dürfen ist natürlich kein schwerwiegendes Problem. Doch das einige “pfiffige” Gestalten Salzwasser nehmen und somit das Grundwasser verseuchen kann man schon befürchten.
Kann aber auch gut sein das man sich dort bald ganz andere Sorgen machen muss, denn die Hurricane-Saison ist dieses Jahr auch überpünktlich.
Alles Probleme die man gewiss in ewig langen Diskussionen dem Klimawandel zu und absprechen kann. Doch die Häufung von den Wetterextremen kann kaum noch abstritten werden.
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Wir haben es in den letzten Jahrzehnten bereits mehrfach erlebt, dass Umweltthemen überall auf der Tagesordnung standen: Ob es um FCKW-freie Kühlschränke, bleifreies Benzin oder die flächendeckende Einführung von Katalysatoren ging: Hatten Umweltschützer erst einmal einen “Übeltäter” ausfindig gemacht, wurde Öffentlichkeitsarbeit betrieben, die Medien griffen das Thema auf, Politiker wurden von der Öffentlichkeit unter Druck gesetzt und die entsprechenden Maßnahmen und Gesetze gegen den Widerstand von Industrie und Wirtschaft durchgesetzt. Das mag für einige Leute negativ klingen, ist aber in einer Demokratie ein ganz normaler Prozess. Allerdings galt es jedesmal, einen Umstand zu berücksichtigen: Die Aufmerksamkeitsspanne der Öffentlichkeit ist nicht unendlich gross. Meist kann sich ein bestimmtes Thema nur zwei, maximal drei Jahre im Bewusstsein der meisten Menschen halten, danach werden die Umstände entweder als gegeben hingenommen oder – ganz simpel – das Interesse daran geht verloren. Anders ausgedrückt: Hätten Greenpeace und co. nicht innerhalb von wenigen Jahren FCKW-freie Kühlschränke durchgesetzt, wäre danach wohl auch nichts mehr daraus geworden (oder nur gegen sehr grosse Widerstände). Für notwendige Maßnahmen gibt es also ein gewisses Zeitfenster, in dem alles erledigt sein muss.
Wir haben mittlerweile Mai 2007 und es ist gerade einmal ca. sieben Monate her, seit der Ökonom Nicholas Stern seinen Bericht über die ökonomischen Folgen der globalen Erwärmung veröffentlichte (den er im Auftrag der britischen Regierung verfasste). Liest man sich die Äusserungen vieler Menschen über die Ansichten der “Klimahysteriker” durch, scheint es allerdings, dass weite Teile der Öffentlichkeit jetzt schon genug haben vom Thema Klimawandel. Alarmierend, wenn man mögliche Konsequenzen bedenkt. Verständlich, wenn man die zum Teil sehr reisserische Form der Berichterstattung ansieht – im Geiste sind die Alpen bereits eisfrei, die Arktis sowieso und die norddeutschen Küstenstädte vom Meer verschlungen.
Ist dieses Szenario nun zu unglaubwürdig? Oder ist es zu erschreckend, an diese Möglichkeit zu denken?
Im Moment geht es bei den meisten Debatten diesbezüglich um den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO²). Für die einen ist es ein lebensspendendes Gas, für die anderen ein wichtiger Faktor bei der globalen Erwärmung. Ebenso gehen die Ansichten über Ursache und Wirkung bei einer Temperaturänderung auseinander: Nach Ansicht vieler Skeptiker gab es im Laufe der Zeit immer wieder Temperaturschwankungen, der Anstieg der CO²-Konzentration erfolgte jedoch leicht zeitversetzt immer erst danach. Die andere Seite argumentiert dagegen, dass – wenn mehr Kohlendioxid emittiert wird – dieses Gas aufgrund seiner IR-absorbierenden Eigenschaften sehr wohl dafür sorgt, dass die Temperatur auf der Erde ansteigt. Und dass dieser Unterschied messbar sei, selbst wenn der jährliche Anstieg der Konzentration lediglich 0,4% beträgt. (Die Auflistung der gängigsten Argumente pro und wider Klimawandel sind hier sehr schön aufgelistet, die Quellen möge jeder selbst überprüfen).
Das grosse Dilemma scheint die Frage zu sein, was man nun glauben soll. Gibt es einen globalen Klimawandel? Und wenn ja, ist CO² überhaupt schuld daran?
Wie bei jedem grossen Themenkomplex ist es für den Einzelnen schwierig bis unmöglich, jedes Argument und jede Quelle auf ihre Richtigkeit zu überprüfen, für den Laien wie für Wissenschaftler. Selbst letztere dürften das Weltklima noch längst nicht bis ins letzte Detail verstanden haben. Bei so vielen Fakten, Berichten und Ansichten ist es nur eine logische Folge, dass bei der Meinungsbildung jedes einzelnen noch andere Faktoren hinzu kommen – ob nun angeborene Skepsis, ökologischer Fundamentalismus oder einfach ein starker Widerspruchsgeist die Ursache ist. Selektive Wahrnehmung in Sachen Berichterstattung tut dann noch ein weiteres, um die eigene Haltung zu bestärken.
Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Artikel, der gestern bei Readers Edition erschien. Darin kritisiert der Diplom-Biologe Ernst-Georg Beck unter anderem die Studien zum globalen Temperaturanstieg und zur Entwicklung der CO²-Konzentration als falsch und belegt dies anhand einiger Grafiken, in denen er die Fehler dieser Studien herausstellt. Wobei natürlich auch Untersuchungen erwähnt werden, die seine Thesen bestätigen. Die IR-absorbierende Wirkung von Kohlendioxid wird nicht einmal am Rande erwähnt und weshalb die Temperatur über den kurzen Zeitraum (verglichen mit den Zeiträumen zwischen Eis- und Warmzeiten) seit der industriellen Revolution ohne den Einfluß des Menschen gleich um ca. 0,8°C anstieg, wurde auch nicht schlüssig erklärt. Nun kann man natürlich die Methoden der Temperaturmessung kritisieren oder die Glaubwürdigkeit der Quellen untergraben. Aber wenn in einem Bericht mit halbwegs wissenschaftlichem Anspruch Begriffe wie wissenschaftliche Scharlatane, Irrlehre oder ökologische Diktatur gebraucht werden, ist dies sicherlich keine neutrale Betrachtung mehr und kommt statt dessen einer verbalen Bücherverbrennung gleich.
Ist eine erhöhte CO²-Konzentration nun also Ursache oder Folge der globalen Erwärmung? Ein hundertprozentiger Beweis für Kohlenstoffdioxid als Ursache wurde natürlich noch nicht erbracht, die vorgebrachten Argumente für diese These würden vor Gericht wohl als Indizien klassifiziert werden. Allerdings ist ein fehlender Beweis für die eine These noch lange kein schlüssiger Beweis für die Antithese. Was die “Klimahysteriker” befürchten, sollte klar sein: Ressourcenknappheit, Verschiebung der Klimazonen und die damit verbundenen Konsequenzen, steigende Meeresspiegel und somit Überflutungen genau dort, wo Menschen seit sich seit Jahrhunderten gern ansiedeln: In Küstennähe. Und die Gegner der “CO²-Lüge”? Fürchten sie eine “Ökodiktatur”? In der die mächtige Solarlobby sich gegen die armen Energiekonzerne durchsetzt, die Stein- und Braunkohle verfeuern? Oder wollen sie nur für ihr gottgegebenes Recht kämpfen, in einem zwei Tonnen schweren Kraftfahrzeug mit 200 km/h über die Autobahn zu brettern? Wir können uns bereits auf die Zeit freuen, wenn neben der CO²-emittierenden Industrie auch die Landwirtschaft auf’s Korn genommen wird, denn vor allem die Viehzucht (vor hier vor allem die Rinderzucht) steht durch Flächenfraß und die Emission von Methan ebenso im Verdacht, für die Erwärmung des Klimas mitverantwortlich zu sein.
Und wenn erhöhte CO²-Konzentrationen tatsächlich nur die Folge einer Erwärmung sind? Sind die ganzen Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen dann für die Katz’? Mitnichten. Da die Emissionen, um die es hier geht, meist aus Industrie und Verkehr stammen und zur Produktion von CO² auch etwas verbrannt werden muss, reduzieren wir durch höhrere Besteuerung oder gesetzlichen Beschränkungen der Emissionen auch den Brennstoffverbrauch. Fossile Brennstoffe sind nicht in unendlicher Menge vorhanden und nachwachsende Brennstoffe müssen erst produziert werden, was Fläche und Energie kostet. Falls also die Auswirkungen auf das Klima ausbleiben, können wir so wenigstens den Energieverbrauch eindämmen. Anders ausgedrückt: Ob CO² nun klimaschädlich ist oder nicht, ist eigentlich egal: Die Maßnahmen, die die Menschheit zum Schutz des Klimas ergreift, sind mit denen zur Reduzierung des Verbrauchs an Brennstoffen (fossil oder nachwachsend) nahezu identisch. Einzig die aufwändige Abscheidung von Kohlendioxid in Kraftwerken mit anschliessender Lagerung unter Tage wird man sich vermutlich schenken können. Aber auf Dauer bringt es meist ohnehin nur wenig, anfallenden Schmutz unter den Teppich zu kehren.
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Mit Blick auf mein staubtrockenes Gemüsebeet, meinen sterbenden Rasen und mit Sonnenbrand auf Stirn und Nacken versuche ich jetzt mal, die jüngsten Debatten in meinem Umfeld zusammenzufassen. Natürlich ist es offensichtlich, dass die letzten Tage nun doch ungewöhnlich heiss waren, zumindest für den Monat April. Und zudem noch sehr niederschlagsarm. Und trocken. Und nun beginnt natürlich vielerorts der Streit: Ist der heisse April schon ein Beweis für die zunehmende Erderwärmung? Oder ist das ein ganz normaler Ausreisser, die er alle Jubeljahre eben mal vorkommt?
Die eine Seite sagt also:
“Der April 2007 war der heisseste April, den die Wetteraufzeichnung bisher registriert hat. In den letzten Jahren wurden von Jahr zu Jahr neue Temperaturrekorde aufgestellt. Alles eine Folge der kommenden Erderwärmung.”
Das glaube ich erstmal so noch nicht. Ein Indiz vielleicht, aber diese Hitzeperiode ist noch kein schlüssiger Beweis. Ausserdem gibt es zwischem lokalen Wetter und globalem Klima ja noch einen gewaltigen Unterschied, und nicht in jeder Region der Erde ist es um vieles wärmer geworden.
Nun ja, die Klimaskeptiker halten dagegen:
“Die schlauen Klimaforscher haben doch prognostiziert, dass die Frühlingsmonate in Deutschland nass und regnerisch werden, bevor es heiss wird. Dieser Irrtum zeigt jawohl, dass die Menschheit das ganze Weltklima noch überhaupt nicht verstanden hat. Die Prognosen bezüglich der Erderwärmung sind also genauso falsch.”
Die komplette Anti-These also. Wie nun die Skeptiker vom Wetter eines einzigen Jahres schlüssig auf die Folgen für das Weltklima schliessen wollen, mag der Himmel wissen. Man kann nach aktuellem Erkenntnisstand weder das eine noch das andere zu 100% beweisen (die IPCC schätzt die Wahrscheinlichkeit der menschgemachten Erderwärmung immerhin auf 90%).
Welche Motive die “Klimahysteriker” haben, um zu ihrer Behauptung zu stehen, ist unterschiedlich. Die einen haben echte Sorge um die Zukunft der Menschheit, die anderen treibt das Streben nach der besten Schlagzeile, je apokalyptischer desto besser. Ob die Motive der “Klimaskeptiker” nun besser sind? Treibt sie die Sorge um die arme, ausgebeutete Erdölindustrie? Oder wollen sie bei Klimadebatten einfach das letzte Wort haben?
Gut, einige Schlagzeilen erscheinen auf den ersten Blick abenteuerlich. Je nach Zeitung werden im Geiste bereits Hamburg, London und New York versenkt (wobei ich nicht ausschliessen möchte, dass das längerfristig passieren wird). Aber dass die Skeptiker mit eigenen Scheinargumenten kommen, macht ihre Haltung nicht richtiger. Mein “Lieblingsargument” aus der jüngsten Zeit ist die beliebte Äusserung, im Mittelalter wäre es so warm gewesen, dass die Menschen in England und im Süden Schottlands sogar Wein angebaut hätten. Das muss ja wirklich warm gewesen sein! Allerdings gilt es zwei Dinge zu beachten: Zum einen muss man die Zeiträume betrachten, in denen die Temperaturveränderung stattgefunden hat. Ob es nun einige hundert Jahre gedauert hat oder – wie in der Neuzeit – nur 100 oder gar 50 Jahre, bis messbare Veränderungen auftreten, macht einen gewaltigen Unterschied. Desweiteren muss man den kulturellen und historischen Kontext beachten: Wein wurde vor allem in Kirchen und Klöstern für einige Bräuche verwendet (oder auch einfach so getrunken), und es war in vielen Fällen wohl etwas aufwändig, sich die gesamte Menge an Wein aus dem Mittelmeerraum kommen zu lassen. Also wurde er vor Ort angebaut. Im Übrigen: Wenn man die These “warm war es immer mal wieder” mit dem Argument belegt, vor mehreren hundert Jahren hätte man in Schottland Wein angebaut, so ist dieses Argument nur dann wirksam, wenn dies heutzutage nicht mehr der Fall wäre. Darauf einen Cairn O’ Mohr.
Schon in anderen Beiträgen habe ich meine Ansicht geschrieben und ich bleibe bei meiner Haltung: Wenn man Energie spart, nachwachsende Ressourcen nutzt oder sonstige umweltschonende Maßnahmen ergreift, so mag man es tun um das Weltklima zu schonen, fossile Energieträger einzusparen, weniger Schadstoffe zu emittieren oder einfach um Geld zu sparen – eigentlich ist das Motiv egal, es kommt unterm Strich auf das Selbe raus.
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Ich kann mich nicht daran erinnern im April schon mal meinen Ventilator angestellt zu haben, weil es im Arbeitszimmer zu warm war. Immerhin reden wir hier von Oldenburg. Dem Oldenburg was für sein schlechtes Wetter und für seinen Regen bekannt ist. Nennt mich ruhig Troll, aber mein Gehirn braucht ein gewissen Kälteeffekt um vernünftig arbeiten zu können.
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Der Klimaschutz scheint bei Bundesumweltminister Gabriel den sportlichen Ehrgeiz geweckt zu haben. Im Februar einigten sich die Umweltminister der 27 EU-Mitgliedsstaaten noch darauf, dass die EU ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis zum Jahr 2020 um 20% senken wolle. Und da einige Mitgliedsstaaten noch ein gewisser Aufholbedarf zugesprochen wird infolge der noch nicht abgeschlossenen Industrialisierung, müssen sich die entwickelteren Staaten bei der Reduzierung ihrer Emissionen etwas mehr ins Zeug legen (dazu zählt natürlich auch Deutschland). Für den Fall, dass Schwellenländer wie China und Indien ebenfalls Schritte zur Senkung ihrer CO²-Emissionen unternähmen, wolle die EU ihre Emissionen sogar um 30% senken. Woran Deutschland widerum einen höheren Anteil hätte. In einer Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums wurde heute ein “8-Punkte-Plan” vorgestellt, mit dem die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bis zum Jahr 2020 um 40% gesenkt werden sollen. Eigentlich ein ehrenwertes Vorhaben, das ich durchaus begrüsse. Aber auf den ersten Blick erscheinen mir 40% Reduzierung in dreizehn Jahren sehr optimistisch – man darf nicht vergessen: Wir sprechen hier über Deutschland, das zwar ein positives Image in Sachen Umweltschutz hat, aber auch nicht unbedingt für seinen Reformeifer bekannt ist. Und dieses Deutschland, dessen Vertreter der Automobilindustrie sich vor nicht all zu langer Zeit mit Händen und Füssen gegen eine Emissionsobergrenze für Kraftfahrzeuge gewehrt haben, soll jetzt bei der Reduzierung der Klimagase voranstürmen? Mit Verlaub, das glaube ich erst, wenn wir das Jahr 2020 schreiben und wir diese Ziele tatsächlich erreicht haben.
Aber schauen wir uns die acht Punkte einmal an:
- Reduktion des Stromverbrauchs um 11 Prozent durch massive Steigerung der Energieeffizienz (Einsparvolumen: 40 Millionen Tonnen)
11% durch verbesserte Effizienz bei Elektrogeräten sind ohne weiteres drin, denke ich.
- Erneuerung des Kraftwerksparks durch effizientere Kraftwerke (30 Millionen Tonnen)
Tja… unter den effizienteren Kraftwerken befinden sich natürlich auch neue Kohlekraftwerke, was wohl sehr vielen Leuten Bauchschmerzen bereiten wird. Moderne Kraftwerke sind zwar immerhin meist effizienter als alte, aber dennoch wäre da vielleicht mehr drin gewesen.
- Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf über 27 Prozent (55 Millionen Tonnen)
Derzeit liegt der Anteil der erneuerbaren Energien bei 7,4%, wir sprechen also von einer Vervierfachung des Anteils, den Sonne, Wind, Wasser und nachwachsende Energieträger an der Energieerzeugung haben sollen. Da sind zwar noch einige Anstrengungen notwendig, aber das Ziel ist nicht unerreichbar. Vor allem, wenn man bedenkt, dass da noch die Einsparungen von 11% aus Punkt 1 sind (wir sprechen ja schließlich vom Anteil der erneuerbaren Energien, der steigen soll, nicht von der Gesamtmenge.
- Verdoppelung der effizienten Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung auf 25 Prozent (20 Millionen Tonnen)
Die Realisierung dieses Punktes geht vermutlich mit der Erneuerung der Kraftwerke einher.
- Reduktion des Energieverbrauchs durch Gebäudesanierung, effiziente Heizungsanlagen und in Produktionsprozessen (41 Millionen Tonnen)
Es ist mittlerweile ja bekannt, dass die Menschheit zwar alles, was sie an technischen Innovationen erreicht, in die Automobilentwicklung steckt, dabei aber den Hausbau schwer vernachlässigt hat. Eine flächendeckende Verbesserung der Wärmedämmung ist im Grunde längst überfällig, der Anteil der zum Heizen genutzten Energie am Gesamtverbrauch ist in den meisten Fällen viel zu hoch. Bei der Sanierung der Gebäude sind natürlich jeweils die Eigentümer gefragt, der Staat kann hier nur durch die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen lenkend eingreifen. Falls in den nächsten Jahren allerdings auch weiterhin der Winter im Grunde genommen nicht stattfindet, werden die Einsparungen in diesem Bereich nochmals etwas grösser sein (einer der wenigen positiven Aspekte des Klimawandels). Zudem greift dieser Punkt der Bauindustrie sicherlich noch etwas unter die Arme.
- Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien im Wärmesektor auf 14 Prozent (14 Millionen Tonnen)
Dank Solar- und Geothermie sollte dieser Punkt zu realisieren sein, zumal auch das Verfeuern von nachwachsenden Rohstoffen (hierzu zählen auch die trendigen Holzpellets) dazu zählt. Und auch hier sprechen wir ja wieder vom Anteil am Gesamtverbrauch.
- Steigerung der Effizienz im Verkehr und Steigerung des Anteils der Biokraftstoffe auf 17 Prozent (30 Millionen Tonnen)
Im Grunde machbar. Da der Anbau von Energiepflanzen zur Treibstoffgewinnung allerdings ein zweischneidiges Schwert ist, kann man nur hoffen, dass die Technik zur Produktion von “Biotreibstoffen der zweiten Generation” (BTL) in den nächsten Jahren ausgereift und auch eingesetzt wird. Die Effizienz ist da schon leichter zu realisieren, da in den nächsten 13 Jahren ohnehin ein Großteil der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge durch neue Modelle ersetzt wird, die sicherlich (im Schnitt) etwas sparsamer sein werden.
- Reduktion der Emissionen von anderen Treibhausgasen wie zum Beispiel Methan (40 Millionen Tonnen).
Anfangs dachte ich, dass das Umweltministerium den Rinderzüchtern das Leben schwer machen will. Es wird allerdings wohl eher daran gedacht, das aus Mülldeponien ausströmende Methan aufzufangen und zur Energiegewinnung zu nutzen (mittlerweile ist die Nutzung von Schwachgas auch ökonomisch sinnvoll und ist somit in ökologischer Hinsicht gleich doppelt wirksam.
Dieses Paket durchzuboxen, wird allerdings sicherlich die härteste Aufgabe dieses Vorhabens sein. Die Opposition ist jedenfalls schonmal nicht begeistert, und auch innerhalb der Fraktion werden Gabriels Pläne sicher nicht bei jedem Anklang finden. Naja, gutes Gelingen!
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Es scheint fast, als könnten wir den Begriff “Aprilwetter” bis auf weiteres aus unserem Wortschatz streichen: In ganz Deutschland und den meisten Nachbarländern herrschen derzeit strahlender Sonnenschein und Temperaturen zwischen 20° und 28°C. Was angenehm für die meisten Aktivitäten im Freien ist, hat leider auch einige unerwünschte Folgen. Unter anderem hat in diesem Jahr auch die Waldbrandsaison sehr früh begonnen, an diesem Wochenende gab es unter anderem Brände
- bei Mülheim an der Ruhr in Nordrhein-Westfalen,
- in Sachsen im Kreis Meißen sowie im Landkreis Kamenz,
- in der Schweiz bei Sitten im Wallis sowie im Kanton Tessin, ausserdem in Norditalien nahe der Grenze zur Schweiz,
- im Berchtesgardener Land in Bayern und im österreichischen Steyr-Land.
Eine ungewöhnliche Anzahl von Waldbränden für den Monat April. Zwar besteht im Frühling generell eine gewisse Waldbrandgefahr, da die meisten Pflanzen noch keine frischen Triebe gebildet haben und außerdem noch abgestorbene, trockene Vegetation vom Vorjahr steht. Doch in diesem Jahr ist es nahezu überall noch wärmer und trockener als es um diese Jahreszeit eigentlich üblich ist. Hinzu kommt, dass der Niederschlag in den Bergen in diesem Winter meist in Form von Regen kam und somit nicht als Schnee liegen geblieben ist. Bäche und Flüsse führen daher kaum Schmelzwasser, die Pegel sind überall aussergewöhnlich niedrig und der Boden staubtrocken.
Vermutlich werden die nahezu ausschließlich aus Nadelhölzern bestehenden Industrieforste in Zukunft wieder den eigentlich hier beheimateten Laub- und Mischwäldern weichen, da Laubbäume kein Harz enthalten und mehr Feuchtigkeit speichern. Was vielleicht ohnehin nicht das Schlechteste wäre.
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