Archiv für die Kategorie: “Energie”

Nun, wenn ich solche Artikel lese:

More power from bumps in the road

Fallen mir gleich die katastrophalen Straßen in einigen Gegenden NordWest-Niedersachsens ein. So gesehen sind diese Straßen wirklich umweltfreundlich, ermöglichen sie diesen neuen Stoßdämpfern doch effektiv zu arbeiten.
SCNR

Share
Schlagwörter: , , ,

Comments Keine Kommentare »

Eine kleine Meldung am Rande, durch welche die Bedeutung des Wortes “Potential” mal wieder deutlich wird:

Climate Progress  U.S. becomes global wind leader.

The United States passed Germany to become world #1 in wind power installations, and China’s total capacity doubled for the fourth year in a row. Total worldwide installations in 2008 were more than 27,000 MW … 36% more than in 2007….

Was bedeutet das für uns? Nun, abgesehen von den globalen Auswirkungen, die ja nur zu begrüßen sind, bedeutet das für “uns”, als Windenergie Markt Deutschland das es enger wird. Es geht hier ja nicht nur um den produzierten Strom und die Fertigung der Anlagen an sich. Es geht hier auch um unglaubliche Potentiale im Forschungs und Entwicklungsbereich die gebündelt werden können. Natürlich kann man einen solchen großen Staatenverbund wie die USA nicht direkt mit Deutschland vergleichen, aber gerade in der Nordwest Region unserer Bundesrepublik, wo die “Ostfriesenspargel” insbesondere durch ein Unternehmen vertreten werden dürften solche Meldungen gespaltene Gefühle wecken. Denn die Art und Weise wie nun darauf geachtet wird, “Windpower” zu fördern und zu verstärken dürfte auch für das deutsche Modell der Windenergie-Förderung von Interesse sein.

Zusätzlich zeigt diese kleine Statistik auch auf, wie schnell sich das Blatt wenden kann, wenn man die USA in der Betrachtung hat. Denn Innovation und schnelles Umdenken und Handeln können dort, wenn es sein muss ohne wenn und aber umgesetzt werden.

Share
Schlagwörter: , , ,

Comments 2 Kommentare »

Heute vor genau 25 Jahren fiel der offizielle Startschuss für den Probebetrieb der damals größten Windkraftanlage der Welt. Diese Grosse Windkraft Anlage (daher der blumige Name) sollte hauptsächlich der Technologieerprobung dienen. Der Rotor durchmaß knapp 100 m und die Nennleistung betrug stolze drei Megawatt. Da die Anlage allerdings chronisch reparaturanfällig war und es in vier Jahren Laufzeit lediglich auf etwa 420 Betriebsstunden brachte, wurde sich schließlich 1987 wieder demontiert.

Die große Windanlage war also erstmal ein Reinfall, der den Betreibern konventioneller Kraftwerke natürlich neue Argumente gegen die Nutzung der Windenergie brachte. Tatsächlich gab es auch nicht wenige die glaubten, GROWIAN sollte einzig und allein demonstrieren, daß die Nutzung von WIndenergie in großem Maßstab nicht funktioniert. Eine interessante Theorie, die man oftmals auch in anderen Branchen anfindet, wie z.B. im Automobilbereich, wo von namhaften Autoherstellern auf Automobilmessen ausgestellte Studien umweltfreundlicher Fahrzeuge eher abschreckende Wirkung auf potentielle Kunden hatten.

Nichtsdestotrotz zog man aus dem Fehlschlag den Schluß, daß große Windkraftanlagen einfach nicht mit konventionellen Kraftwerken konkurrieren konnten. Daher wurden in den folgenden Jahren vorwiegend kleinere Windanlagen aufgestellt. Allerdings ist auch diese Lehre aus dem GROWIAN-Betrieb längst veraltet: Die derzeit stärkste installierte Windenergieanlage bringt es auf die doppelte Nennleistung, also stolze 6 MW.

Share
Schlagwörter: , , ,

Comments Keine Kommentare »

Am kommenden Samstag ist Weltklimatag, unter anderem soll dann in Deutschland die Aktion “Licht aus” stattfinden: Zwischen 20:00 und 20:05 Uhr sollen alle Menschen das Licht ausschalten. Vor den Folgen warnen nun allerdings Wissenschaftler und Energiekonzerne, denn wenn an der Aktion zu viele Menschen teilnähmen, würde vorraussichtlich das Stromnetz zusammenbrechen – möglicherweise in ganz Europa.
Der Grund dafür ist recht simpel: Sinkt innerhalb eines kurzen Zeitraums der Strombedarf, liefern die Kraftwerke mehr Strom als benötigt wird. Vor allem Kohlekraftwerke benötigen mehrere Stunden, um komplett runtergefahren zu werden. Natürlich gibt es Mittel, um diese Überkapazitäten auszugleichen, beispielsweise, um Flußwasser in höher gelegene Talsperren zu pumpen und die so gespeicherte Energie bei Bedarf über Wasserkraftwerke wieder zurückzugewinnen. Die Kapazität dieser Pumpen hat allerdings ihre Grenzen. Das Instituts für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft an der RWTH Aachen hat ausgerechnet, daß nicht mehr als 10 Millionen Menschen das Licht ausmachen dürften (Fernseher, Computer und andere Elektrogeräte sind noch nicht eingerechnet!), um die Stabilität des Stromnetzes nicht zu gefährden.
Doch wie wahrscheinlich ist es, daß tatsächlich 10 Millionen Menschen an der Aktion teilnehmen? Nicht so unwahrscheinlich, wie es klingt: Laut BUND waren es in Frankreich bei einer ähnlichen Aktion sieben Millionen Teilnehmer, und die Franzosen gelten als weniger umweltbewußt als die Deutschen. Hinzu kommen noch die Bevölkerung in der Schweiz und Österreich, dort wurden die Menschen ebenfalls zur Teilnahme an der Aktion aufgerufen.
Können wir uns also schonmal auf einen großen europaweiten Stromausfall einstellen? Kann man überhaupt guten Gewissens das Licht ausschalten, ohne das Stromnetz lahmzulegen? Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, die Verbrauchsschwankungen etwas abzuschwächen, ohne auf die Aktion zu verzichten. Dies würden allerdings wohl wirklich nur die überzeugten Umweltschützer tun: Man schaltet einfach einige Stunden vorher schon das Licht aus und verzichtet am Samstag Abend auf Fernseher und andere Unterhaltungselektronik. So fällt die Schwankung um acht Uhr abends nicht mehr ganz so stark aus. Ich plädiere also nicht nur für die Teilnahme an der Aktion “Licht aus”, sondern auch für einen fernsehfreien Samstagabend. Doch diese Maßnahme wird ProSieben dann wohl nicht mehr unterstützen.

Share
Schlagwörter: ,

Comments Keine Kommentare »

Einem Artikel auf GreenCarCongress.com zufolge will die US-amerikanische XL Dairy Group in ihren Milchproduktionsstätten (von Bauernhöfen kann man da wohl nicht mehr sprechen) neben Milch auch Biodiesel und Ethanol herstellen – dazu gibt es dort auch eine sehr anschauliche Grafik. Das angelieferte Getreide wird nicht mehr direkt verfüttert, sondern – aufgeteilt in Stärke und Kleie – für die Produktion von Treibstoff verwendet, die geniessbaren Abfallprodukte, die nicht weiter zur Treibstoff- oder Energieproduktion verwendet werden können, werden an das Milchvieh verfüttert, deren Verdauungsprodukte selbstverständlich ebenfalls der Energiegewinnung dienen.
Die Gewinnung von nachwachsenden Treibstoffen nach diesem Prinzip soll sehr energieeffizient sein: Den Angaben von XL Dairy zufolge wird pro aufgewandte Energieeinheit das zehnfache an Energie (als Ethanol oder Biodiesel) zurückgewonnen (anstatt das 1,2-fache bei der herkömmlichen Ethanolproduktion). Ob die Rechnung stimmt, weiß wohl nur der Konzern selbst. Aber zumindest wird die Milchproduktion auf diese Art so energieeffizient wie nur möglich werden – womit die Massenviehhaltung wohl tatsächlich einmal einen Vorteil auf ihrer Seite hätte.
Nur – und da ich mich selbst nicht mit den Tieren auskenne, stelle ich die Frage mal als Laie in den Raum – kriegen die Milchkühe dort nur die Abfälle aus der Treibstoffproduktion zu fressen und wie schädlich ist das für die Tiere? Ein ganz reines ökologisches Gewissen bekommt man wohl auch bei der Verwendung von Biotreibstoffen aus der Molkerei nicht wirklich.

Share

Comments 1 Kommentar »

Seht dies als Semi-Beitrag, tiefsinnigeres kommt nach dem 30.4. von mir.

Aber ein Hinweis wollte ich heute an diesem Tag noch geben, und zwar auf diesen Artikel hier. Das ganze Thema geht natürlich hinter den Ränkelspielen rund um Quasi-Atommacht Iran unter, die Meldungen über den schwedischen Fast-Gau sind auch vergessen. Die Katastrophe von Tschernobyl sagt den meisten auch nicht mehr wirklich viel. Wir durften damals nicht auf den Spielplatz, Pilze waren auch nicht drin. Immerhin ist als Folge der Reaktionen hierzulande das BMU aus anderen Ministerien abgelöst und als eigenständiges Ministerium gebildet worden. Ob das BMU in ein paar Wochen seinen 21sten feiert aufgrund der neuerlichen Diskussion die “saubere” Energiequelle Atom doch wieder zu nutzen wage ich zu bezweifeln.

Share

Comments Keine Kommentare »

Der Klimaschutz scheint bei Bundesumweltminister Gabriel den sportlichen Ehrgeiz geweckt zu haben. Im Februar einigten sich die Umweltminister der 27 EU-Mitgliedsstaaten noch darauf, dass die EU ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis zum Jahr 2020 um 20% senken wolle. Und da einige Mitgliedsstaaten noch ein gewisser Aufholbedarf zugesprochen wird infolge der noch nicht abgeschlossenen Industrialisierung, müssen sich die entwickelteren Staaten bei der Reduzierung ihrer Emissionen etwas mehr ins Zeug legen (dazu zählt natürlich auch Deutschland). Für den Fall, dass Schwellenländer wie China und Indien ebenfalls Schritte zur Senkung ihrer CO²-Emissionen unternähmen, wolle die EU ihre Emissionen sogar um 30% senken. Woran Deutschland widerum einen höheren Anteil hätte. In einer Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums wurde heute ein “8-Punkte-Plan” vorgestellt, mit dem die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bis zum Jahr 2020 um 40% gesenkt werden sollen. Eigentlich ein ehrenwertes Vorhaben, das ich durchaus begrüsse. Aber auf den ersten Blick erscheinen mir 40% Reduzierung in dreizehn Jahren sehr optimistisch – man darf nicht vergessen: Wir sprechen hier über Deutschland, das zwar ein positives Image in Sachen Umweltschutz hat, aber auch nicht unbedingt für seinen Reformeifer bekannt ist. Und dieses Deutschland, dessen Vertreter der Automobilindustrie sich vor nicht all zu langer Zeit mit Händen und Füssen gegen eine Emissionsobergrenze für Kraftfahrzeuge gewehrt haben, soll jetzt bei der Reduzierung der Klimagase voranstürmen? Mit Verlaub, das glaube ich erst, wenn wir das Jahr 2020 schreiben und wir diese Ziele tatsächlich erreicht haben.

Aber schauen wir uns die acht Punkte einmal an:

- Reduktion des Stromverbrauchs um 11 Prozent durch massive Steigerung der Energieeffizienz (Einsparvolumen: 40 Millionen Tonnen)

11% durch verbesserte Effizienz bei Elektrogeräten sind ohne weiteres drin, denke ich.

- Erneuerung des Kraftwerksparks durch effizientere Kraftwerke (30 Millionen Tonnen)

Tja… unter den effizienteren Kraftwerken befinden sich natürlich auch neue Kohlekraftwerke, was wohl sehr vielen Leuten Bauchschmerzen bereiten wird. Moderne Kraftwerke sind zwar immerhin meist effizienter als alte, aber dennoch wäre da vielleicht mehr drin gewesen.

- Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf über 27 Prozent (55 Millionen Tonnen)

Derzeit liegt der Anteil der erneuerbaren Energien bei 7,4%, wir sprechen also von einer Vervierfachung des Anteils, den Sonne, Wind, Wasser und nachwachsende Energieträger an der Energieerzeugung haben sollen. Da sind zwar noch einige Anstrengungen notwendig, aber das Ziel ist nicht unerreichbar. Vor allem, wenn man bedenkt, dass da noch die Einsparungen von 11% aus Punkt 1 sind (wir sprechen ja schließlich vom Anteil der erneuerbaren Energien, der steigen soll, nicht von der Gesamtmenge.

- Verdoppelung der effizienten Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung auf 25 Prozent (20 Millionen Tonnen)

Die Realisierung dieses Punktes geht vermutlich mit der Erneuerung der Kraftwerke einher.

- Reduktion des Energieverbrauchs durch Gebäudesanierung, effiziente Heizungsanlagen und in Produktionsprozessen (41 Millionen Tonnen)

Es ist mittlerweile ja bekannt, dass die Menschheit zwar alles, was sie an technischen Innovationen erreicht, in die Automobilentwicklung steckt, dabei aber den Hausbau schwer vernachlässigt hat. Eine flächendeckende Verbesserung der Wärmedämmung ist im Grunde längst überfällig, der Anteil der zum Heizen genutzten Energie am Gesamtverbrauch ist in den meisten Fällen viel zu hoch. Bei der Sanierung der Gebäude sind natürlich jeweils die Eigentümer gefragt, der Staat kann hier nur durch die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen lenkend eingreifen. Falls in den nächsten Jahren allerdings auch weiterhin der Winter im Grunde genommen nicht stattfindet, werden die Einsparungen in diesem Bereich nochmals etwas grösser sein (einer der wenigen positiven Aspekte des Klimawandels). Zudem greift dieser Punkt der Bauindustrie sicherlich noch etwas unter die Arme.

- Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien im Wärmesektor auf 14 Prozent (14 Millionen Tonnen)

Dank Solar- und Geothermie sollte dieser Punkt zu realisieren sein, zumal auch das Verfeuern von nachwachsenden Rohstoffen (hierzu zählen auch die trendigen Holzpellets) dazu zählt. Und auch hier sprechen wir ja wieder vom Anteil am Gesamtverbrauch.

- Steigerung der Effizienz im Verkehr und Steigerung des Anteils der Biokraftstoffe auf 17 Prozent (30 Millionen Tonnen)

Im Grunde machbar. Da der Anbau von Energiepflanzen zur Treibstoffgewinnung allerdings ein zweischneidiges Schwert ist, kann man nur hoffen, dass die Technik zur Produktion von “Biotreibstoffen der zweiten Generation” (BTL) in den nächsten Jahren ausgereift und auch eingesetzt wird. Die Effizienz ist da schon leichter zu realisieren, da in den nächsten 13 Jahren ohnehin ein Großteil der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge durch neue Modelle ersetzt wird, die sicherlich (im Schnitt) etwas sparsamer sein werden.

- Reduktion der Emissionen von anderen Treibhausgasen wie zum Beispiel Methan (40 Millionen Tonnen).

Anfangs dachte ich, dass das Umweltministerium den Rinderzüchtern das Leben schwer machen will. Es wird allerdings wohl eher daran gedacht, das aus Mülldeponien ausströmende Methan aufzufangen und zur Energiegewinnung zu nutzen (mittlerweile ist die Nutzung von Schwachgas auch ökonomisch sinnvoll und ist somit in ökologischer Hinsicht gleich doppelt wirksam.

Dieses Paket durchzuboxen, wird allerdings sicherlich die härteste Aufgabe dieses Vorhabens sein. Die Opposition ist jedenfalls schonmal nicht begeistert, und auch innerhalb der Fraktion werden Gabriels Pläne sicher nicht bei jedem Anklang finden. Naja, gutes Gelingen!

Share

Comments Keine Kommentare »

Wenn deutschen Brauern schlechtes widerfährt – das ist den Amis eine Nachricht wert. Zumindest berichtet AutoblogGreen, dass die Produktion von Biotreibstoffen für die Erhöhung der Bierpreise verantwortlich ist. Deutsche Brauer müssen in diesem Jahr ihre Gerste zu höheren Preisen einkaufen, da die Gersten-Ernte 2006 ziemlich schlecht ausgefallen ist, was sich natürlich auf den Preis des Endprodukts niederschlägt. Doch die schlechte Ernte ist wohl nur zum Teil Schuld an der Gersten-Knappheit, zumindest laut dem Deutschen Brauerbund. In einem Bericht der Lausitzer Rundschau heisst es, dass viele Landwirte wegen der niedrigen Preise, die sie für ihre Gerste erzielen, lieber nachwachsende Rohstoffe für die Energieproduktion anbauen, die offenbar einträglicher sind.

Das Problem erscheint natürlich vergleichsweise lächerlich im Vergleich zu den Sorgen der Bevölkerung Mexicos, die für Tortillas, eines ihrer wichtigsten Nahrungsmittel, dramatisch gestiegene Preise zahlen müssen. Aber das Dilemma ist das Selbe: Nahrungsmittel und Energiegewinnung konkurrieren zunehmend um Anbauflächen. Und auch wenn sich das Problem hierzulande offenbar vorerst darauf beschränkt, dass für den Biergartenbesuch etwas höhere Ausgaben eingeplant werden müssen, werden sich die knappen Anbauflächen auf Dauer auch auf die Preise für Grundnahrungsmittel auswirken.

P.S.: Weshalb die Nachricht von der Verteuerung deutschen Bieres ausgerechnet ausgerechnet bei AutoblogGreen erschien, ist mir nach wie vor ein Rätsel.

Share

Comments 1 Kommentar »

Eigentlich ist es nur logisch und nicht weiter verwunderlich, dass mit dem Schwinden der Erdölreserven immer ausgefallenere Methoden zur Treibstoffgewinnung erdacht werden. Im Trend sind derzeit Kraftstoffe auf Basis von Pflanzenöl für Dieselmotoren bzw. Ethanol für Ottomotoren. Was allerdings zur Folge hat, dass Landwirtschaft zum Zweck der Nahrungsproduktion mittlerweile in Konkurrenz zum Energiepflanzenanbau steht. Anbauflächen werden knapper, die Preise für Nahrungsmittel steigen. Was Sprit aus nachwachsenden Quellen angeht, wird wohl kein Weg an “Biotreibstoffen der zweiten Generation” vorbei führen, bei denen nicht nur die Früchte, sondern ganze Pflanzen oder auch Restholz verwertet werden.
Wenn allerdings die Energiegewinnung aus Biomasse zur Sprache kommt, sind damit vor allem Pflanzen gemeint. Hin und wieder kommt es allerdings vor, dass jemandem einfällt, dass auch Tiere unter diesen Begriff fallen könnten. Da Tierkörper meist einen gewissen Fettanteil enthalten, wirkt diese Idee zwar meist etwas befremdlich, ist aber nicht komplett aus der Luft gegriffen (auch wenn dies schon zu absurden Meldungen geführt hat). Nun stolperte ich allerdings jüngst über einen Artikel in der FAZ (“Schwein im Tank” – gut, dass niemand in der Redaktion auf “Pferde-Stärke” gekommen ist), wonach in den USA (wie auch bei uns, nur wesentlich intensiver) daran geforscht wird, tierisches Material in Kraftstoff zu verwandeln. Tatsächlich vermeldete der US-Ölkonzern ConocoPhilips (das sind die mit den JET-Tankstellen), dass sie eine strategische Allianz mit der Tyson Food Inc. eingegangen seien, um gemeinsam “erneuerbare Diesel-Kraftstoffe der nächsten Generation zu produzieren und zu vermarkten“.
Muss man jetzt also befürchten, dass Rinder, Schweine und Geflügel eigens zur Treibstoffgewinnung produziert werden? Wohl kaum, schon allein deshalb nicht, weil es sich nicht rechnet – geniessbares Fleisch bringt als Nahrung pro Kilogramm mehr ein als ein Liter Kraftstoff (und falls es sich doch eines Tages als gewinnbringend erweisen sollte, wird es hoffentlich weltweit Gesetze dagegen geben!) Nein, es wird wohl eher daran gedacht, Schlachtabfälle in Treibstoff zu verwandeln anstatt diese, wie es jetzt der Fall ist, entweder für die Produktion von Fleisch- und Knochenmehl zu verwenden oder sie zu verbrennen. Man mag von der Idee an sich also halten, was man will: Wenn man sein Auto mit den Resten toter Tiere füttert, ist das ethisch zumindest nicht fragwürdiger als das, was wir jetzt mit dem Zeug machen. Immerhin, ConocoPhillips will auf diese Weise 650 Millionen Liter Diesel pro Jahr herstellen. Das bedeutet, das wir durch den Einsatz tierischer Fette aus Abfällen eine ganze Menge fossiler Brennstoffe einsparen könnten – allerdings bedeutet es wohl auch, dass wir einfach zu viel Fleisch essen.

Share

Comments Keine Kommentare »