Archiv für die Kategorie: “Auto”
Nun, wenn ich solche Artikel lese:
More power from bumps in the road
Fallen mir gleich die katastrophalen Straßen in einigen Gegenden NordWest-Niedersachsens ein. So gesehen sind diese Straßen wirklich umweltfreundlich, ermöglichen sie diesen neuen Stoßdämpfern doch effektiv zu arbeiten.
SCNR
Schlagwörter: Auto, Stoßdämpfer, Straßenlage, Stromerzeugung
Keine Kommentare »
FTD.de – EU-Plan: Autobauer erhalten mehr Zeit für Klimaschutz – Europa.
Aufatmen für die deutschen PKW-Hersteller – Luftanhalten und rot anlaufen für Klimaschützer:
Das Gesetz soll dazu beitragen, das schädliche Treibhausgas zu reduzieren. Die EU will bis 2020 eine Reduktion um 20 Prozent erreichen. Doch vor allem die deutsche Autoindustrie kämpft gegen die Richtlinie, weil sie auf Oberklassewagen mit hohen CO2-Emissionen spezialisiert ist und die Umweltbelastung wesentlich stärker reduzieren müsste als die Konkurrenz in Frankreich und Italien.
So sieht Klimaschutz in Deutschland aus. Mittels Totschlagargumenten wie “der Sicherung von Arbeitsplätzen” oder “der Stärkung der heimischen Wirtschaft” wird die notwendige Idee torpediert. Auch die angedachten Strafen sollen reduziert werden, insbesodere die Produzenten der Premiumklasse dürften mit etwigen Strafen aber auch kein Problem haben, erzielen sie doch gerade in diesem Bereich der Oberklassewagen die notwendigen Gewinne.
Schlagwörter: EU, Klimapolitik, Wirtschaft
Keine Kommentare »
Seit einiger Zeit geht es zu wie zu den Anfangstagen des Automobils. Auch wenn sich Elektroautos noch nicht flächendeckend durchgesetzt haben, gibt es immer mehr, vor allem kleine Hersteller, die sich mit Kleinserienmodellen auf den Markt wagen. Leider sind die meisten von ihnen immer noch Karikaturen auf typische Elektroautos, also winzig, langsam und mit ungenügender Reichweite gesegnet. Daher scheibe ich vor allem über Fahrzeuge, die ein wenig aus der Reihe fallen.
 Tango
Dazu zählt definitiv auch der Tango. Als ich zum ersten Mal Bilder von der Kiste gesehen habe, wußte ich auch nicht, was dieses Auto eigentlich für einen Sinn hat. Der Tango bietet Platz für zwei Personen, die hintereinander sitzen dürfen wie in einem Kabinenroller. Allerdings hat der Wagen nicht die geringste Ähnlichkeit mit einem Kabinenroller – eher mit einem Ligier (das ist einer dieser Hersteller von 45km/h-Wägelchen). Kurz und geradezu grotesk schmal – rein optisch wirkt er tatsächlich wie der blechgewordene Alptraum aller Elektroauto-Gegner.
Schaut man sich die Performance des Tango an, erahnt man jedoch den Zweck dieses Fahrzeugs. Möglicherweise jedenfalls. Der Tango scheint dazu geschaffen worden zu sein, Erwartungen zu enttäuschen. Das muß ich allerdings näher erläutern:
Bei Treehugger gab es vor kurzem einen Beitrag, der auf einige Videos verwies, in denen man einen Tango in freier Wildbahn (also auf einem amerikanischen Freeway) bewundern konnte. Die Videos (Nr.1 und Nr.2) kann man sich auf Danny Fleets Seite ansehen – und das Vergnügen sollte man sich nicht entgehen lassen .
Zugegeben: Der Tango hat kaum praktischen Nutzwert, da er kaum Platz bietet. Er ist außerdem noch sauteuer und hat gewiß keinen Schönheitspreis verdient. Dennoch kommt mir das Fahren mit einem Verbrennungsmotor plötzlich wieder einmal verdammt primitiv vor: Ein Tango mit Top-Motorisierung beschleunigt nicht nur in vier Sekunden auf Tempo 100, sondern schafft auch in etwa 12 Sekunden die 200km/h-Marke (nicht, daß man es darauf anlegen sollte).
Man kann schon verstehen, warum George Clooney sich auch diesen Elektrorenner zugelegt hat, denn mit dem Tango kann er seine Kollegen in Hollywood tatsächlich demütigen, wenn diese ihre “herkömmlichen” Sportwagen und Luxuskarossen spazieren fahren. Denn von einem Tesla stehengelassen zu werden, ist eine Sache – Elektroantrieb hin oder her, er sieht immerhin aus wie ein reinrassiger Sportwagen. Aber wenn eine übermotorisierte Keksdose namens Tango die benzinfressenden Supersportler abhängt wie nichts, schlägt dies deren Besitzern schon auf den Magen.
Was die Moral dieser Geschichte ist, weiß ich immer noch nicht so recht. Braucht der Tango die Welt besser? Vielleicht nicht – aber auf jeden Fall ein bißchen lustiger.
Photo Quelle/Copyright: wsdot, cc creative commons Attribution-NonCommercial 2.0 (via flickr)
Schlagwörter: Elektrofahrzeug, tango
2 Kommentare »
Geschrieben von Curaitis in Auto, Kurioses
Ich schreibe zwar selten Einzeiler, aber gut…
In Melbourne haben sich die örtlichen Ordnungshüter neue Fahrzeuge angeschafft, um “antisoziales Verhalten” besser bekämpfen zu können. Es handelt sich dabei um fünf Hummer H3…
Schlagwörter: australien, humor, polizei
Keine Kommentare »
Geschrieben von Stimme in Auto, Kurioses
Schon die neue Variante des Chrysler Voyager/Town´n´Country den neuen Minivan von VW gesehen, Rotan? 200 ps @ 3.8l oder 251hp @4.0l. V6, Benziner natürlich. 13 Cupholder sind Serie. Elektrische Schiebetüren,Heckklappen und jede Menge Schnickschnack TFTs etc. ist alles zu haben. Der Wagen für die bessergestellte Soccermummy. Startet wohl etwas teurer als ein Town and Country, mit Gut 25.000$ ist man dabei. Offiziell wird der Rotan nur in den Staaten angeboten. Grauimporte ist natürlich eine Sache, vielleicht muss man zwischen dem VW und Chrysler-Händler pendeln, aber der günstige Dollar-Kurs, das VW-Image und der enorme Platz den der Wagen bietet (irgendwo zwischen Sharan und T5, oder halt Voyager wer so einen Modell kennt) wird sicherlich einige zum überlegen bringen.
Importiert, verzollt und umgerüstet also knapp € 20.000 . Dann nochmal knapp 2-3T €für eine Gas-Anlage einrechnen. Bluetech oder besonders sparende Modelle sind erstmal weiterhin nur für die alte Welt und vor allem für Deutschland interessant. Anderweitig wird auf klassische Konzepte gesetzt. Mehr ist Mehr. Mehr Hubraum, mehr Austattung, mehr Gewicht, mehr Verbrauch. Mal abwarten wann man das erste mal so ein Schiff mit VW Label hierzulande sieht.
Schlagwörter: Volkswagen Klimapolitik, Voyager Mockup, VW Routan
Keine Kommentare »
Lange schien es so, als würden die Großserienhersteller die wirklich innovativen Ideen irgendwelchen kleineren Unternehmen überlassen, während sich vor allem die deutschen Hersteller offenbar lieber dem großen Duell Hybrid vs. Diesel widmeten, an den eigentlichen Fahrzeugkonzepten aber eigentlich kaum etwas änderten.
Auch als Volkswagen vor einigen Monaten auf der Frankfurter IAA die Kleinwagenstudie Up! vorstellte, hielt sich das Staunen in Grenzen – wären da nicht zwei Kleinigkeiten gewesen:
1. Warum sitzen die Zwei- und Dreizylindermotoren, die den Up! antreiben sollen, im Heck des Autos? Seit geschätzten 40 Jahren werden Neufahrzeuge eigentlich durchgehend mit Frontmotor entwickelt. Soll ein kleiner, leichter Heckmotor Vorteile bei der Gewichtsverteilung oder beim Raumangebot bringen?
2. VW kündigte bereits damals an, daß in den kommenden Monaten zwei weitere, auf dem Up! basierende, Studien vorgestellt würden. Dramaturgisch geschickt gemacht.
Studie Nr.2 trägt den Namen Space Up! und ist eine Art Microvan, mit 3,67m Länge zwar 23 Zentimeter länger als der kleinere Bruder, aber immer noch kürzer als ein Fox – der neben dem Space Up! hoffnungslos veraltet wirkt. Van, Heckmotor, auf einem Kleinwagen basierend – Vergleiche zum guten, alten “Bulli” drängten sich geradezu auf. Insgesamt eine tolle Studie, nur – was sollte als Nummer 3 kommen?
Seit der heutigen Präsentation auf der LA Auto Show wissen wir auch dies: Der dritte im Bunde trägt den Namen Space Up! Blue und wer nach der Präsentation noch dachte, der größte Unterschied zur zweiten Studie seien die hübschen Dachfensterchen im Samba-Bus-Stil, hat höchstwahrscheinlich auch sonst nicht viel mit Autos zu tun. Natürlich ist die Studie ein kleines Raumwunder geblieben, die technischen Änderungen sind allerdings bemerkenswert.
- Der kleine Verbrennungsmotor im Heck mußte einem 61-PS-Elektromotor weichen. Damit beschleunigt der Up! Blue in 13,7 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h. Das sind keine Rekordwerte, allerdings ist der kleine Stromer-Van damit alles andere als ein Verkehrshindernis. Und gerade im unteren Geschwindigkeitsbereich dürfte die Beschleunigung ordentlich sein.
- Um die Reichweite zu erhöhen, befindet sich im vorderen Bereich des Wagens eine neuentwickelte Hochtemperatur-Brennstoffzelle, die ohne aufwändiges Kühlsystem auskommt. Mit einem Vorrat von 3,3 kg Wasserstoff erhöht die Brennstoffzelle die Reichweite um etwa 250 km.
- Zur eigentlichen Speicherung des Stroms befinden sich unter den Rücksitzen zwölf Lithium-Ionen-Akkus, deren Ladung für 100 km reichen soll, was für die meisten Strecken des Alltags völlig ausreicht. Die Akkus können auch an einer herkömmlichen Steckdose aufgeladen werden statt durch die Brennstoffzelle – klingt selbstverständlich, aber ich erwähne es trotzdem – der Prius bietet diese Option beispielsweise nicht (allerdings sind dessen Akkus ohnehin kleiner).
- Auf dem Dach des Space Up! Blue sind Solarzellen mit einer Leistung von 150 Watt montiert. Sparfüchse sollten sich allerdings nicht zu früh freuen: Um die Akkus damit voll aufzuladen, muß man schon eine ganze Weile parken…
Zur großen Enttäuschung einiger Interessierter stellte VW die Serienreife eines solchen Fahrzeugs allerdings erst für das Jahr 2020 in Aussicht. Das dauert natürlich noch etwas, allerdings muß man dabei auch bedenken, daß das Auffüllen des Wasserstoffvorrates sich vorher mangels entsprechender Infrastruktur sicherlich noch etwas schwierig gestalten dürfte.
Schlagwörter: space up! blue, up!, Volkswagen
Keine Kommentare »
Am letzten Donnerstag zeigte MTV sein Herz für die Umwelt und erklärte den Tag zum Climate Change Day. So wurde auch hier in Deutschland zum ersten Mal die Episode der Tuning-Show “Pimp my ride” gezeigt, in der ein ‘65er Impala mit einem leistungsstarken Biodiesel-Motor ausgestattet wurde. So eindrucksvoll das Ergebnis auch wirkte, es zeigt auch einige regionale Unterschiede auf, was die Vorstellung von “Ökofahrzeugen” angeht. So gehen beispielsweise in Europa nur äußerst sparsame Autos wirklich als Ökofahrzeuge durch, meistens sind dies Kleinwagen mit einem Treibstoffverbrauch von deutlich unter fünf Litern. Auch alternative Antriebe oder Treibstoffe, beispielsweise der gerade erwähnte Fettsäuremethylester (oder auch Biodiesel), Ethanol oder Autogas machen ein Fahrzeug nicht automatisch zum Ökomobil. Das hat natürlich auch Folgen für das Image von Ökofahrzeugen: Sie gelten als ökologisch und meist auch ökonomisch sinnvolle Lösung, aber bekanntermassen sind dies nicht die einzigen Kriterien bei der Kaufentscheidung. So sind sparsame Autos mittlerweile sicherlich weit davon entfernt, im Alltag als Verkehrshindernisse aufzufallen und mit einigen Fahrzeugen, insbesondere modernen Turbodieseln, lassen sich durchaus sportliche Fahrleistungen erreichen. Dennoch lassen sie selten das Herz eines Autoliebhabers höher schlagen, der lieber zur stärker motorisierten Version seines Wunschfahrzeugs greift oder gleich ein grösseres Modell kauft.
In den USA scheint wieder einmal alles etwas anders zu funktionieren. Als erstes fällt auf: Die Fahrzeuge sind meist eine Nummer grösser als anderswo. Im Moment sind Hybridfahrzeuge bei umweltbewussten Amerikanern sehr gefragt, vom relativ kleinen und vielzitierten Prius bis hin zum SUV (wobei anzumerken ist, dass auch ein zweieinhalb Tonnen schwerer Spritfresser mit zusätzlichem Elektromotor immer noch ein zweieinhalb Tonnen schwerer Spritfresser ist).
Und wo wir schon von Elektromotoren sprechen: Auch die reinen Elektrofahrzeuge sehen oftmals etwas anders aus als in Europa oder Asien, wo die Stromfresser meist entweder winzig, langsam oder winzig und langsam sind. So ist der SUT von Phoenix Motorcars ein ausgewachsener Pick-up und der mittlerweile schon berühmte Tesla Roadster erreicht ohne weiteres die Beschleunigungswerte eines Supersportwagens. Die Botschaft, insbesondere beim Tesla, ist klar: ‘Seht her, auch ein Ökoauto ist ein “richtiges Auto!”‘ Es scheint besonders wichtig zu sein, dass man als Amerikaner keine Abstriche in Sachen Alltagstauglichkeit, Fahrspaß und Image machen muss, wenn man ein umweltfreundliches Auto fährt (und für die meisten deutschen Autofahrer scheint das selbe zu gelten).
So wird in den USA offenbar erstmal am Image von sparsamen Fahrzeugen bzw. alternativen Antrieben gearbeitet, bevor es an die tatsächlichen Ersparnisse geht. So mag ein elektrisch betriebener Sportwagen durchaus umweltfreundlich sein – auch wenn er dabei mitbenzinbetriebenen Sportwagen um die Wette fährt. Betrachtet man sich allerdings den eingangs erwähnten Chevrolet Impala, sieht die Sache schon anders aus. In der Show “Pimp my ride” wurde dem Oldie ein 800 ps starker Motor eingepflanzt, der mit Biodiesel betrieben werden kann. Im Laufe der Episode, bei deren Aufzeichnung auch der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger zugegen war, liess der hochgezüchtete Impala sogar einen Lamborghini Gallardo bei einem Beschleunigungsrennen stehen. Eine sehr eindrucksvolle Demonstration – allerdings auch nicht mehr, denn hierzulande käme kaum jemand auf die Idee, einen 800 ps starken Wagen, der zudem mit dem ökologisch umstrittenen Biodiesel betrieben wird, als Ökofahrzeug zu preisen. Dennoch ist diese “Imagearbeit” vielleicht nicht ganz so unsinnig, wie es auf den ersten Blick scheint, denn gerade in den USA kommen Dieselmotoren gerade erst aus ihrem Nischendasein heraus, galten sie doch lange Zeit als schmutzig und langsam. Ist die Pionierarbeit erst getan, werden die Motoren sicherlich auch in den Staaten von allein sparsamer.
Ist es nun also besser, Ökofahrzeuge zu entwickeln, die niemand kauft? Oder welche, die den Namen eigentlich nicht verdienen? Die Antwort kann in diesem Fall, wie so oft, nicht trivial ausfallen.
Keine Kommentare »
Auch wenn es eher Whitewizzards Part ist über die Entwicklung bei Elektroautos zu schreiben kann ich diesem Beitrag nicht wiederstehen:
Der elektrische Dragster
Diese sind sicherlich noch nicht immer so weit, um professionell mitzufahren. Aber ein großer Vorteil der Elektrofahrzeuge ist die Leistungsentwicklung. Gerade bei Beschleunigungsrennen ist es sehr vorteilhaft, sofort auf das gesamte leistungsprektrum zugreifen zu können. Beweise?
Viper gegen Elektroauto
Sicherlich sind Beschleunigungsrennen nicht das ökologisch sinnvollste auf der Welt. Doch wenn diese Benzinschleudern nun ernsthafte Konkurrenz von Elektroautos bekommen findet vielleicht ein Umdenken im kleinen statt. Sicherlich haben E-Autos nicht nur Vorteile, aber wo man diese Vorteile ausnützen kann, sollte man es dann doch auch machen.
Keine Kommentare »
Im Laufe der letzten Wochen haben wir bei Global Warning über drei Autos geschrieben, die in ökologischer Hinsicht wegweisend sein könnten und bei denen die Entwickler mutiger und innovativer vorgegangen sind als die meisten “großen” Autohersteller. Als viertes Fahrzeug soll hier noch der Phoenix SUT zu Ehren kommen.
Dabei handelt es sich – man höre und staune – nach hiesigen Maßstäben um ein Nutzfahrzeug (Sports Utility Truck). Zugegeben, es ist nicht einfach, einen ausgewachsenen Pick-up als ökologisches Vorbild durchgehen zu lassen, aber bei zweisitzigen Sportwagen funktioniert es mitunter auch. Und wie der vielbeachtete Tesla Roadster ist auch der Phoenix SUT mit Elektroantrieb ausgestattet.
Das allein macht den Wagen zwar schon zu einer Besonderheit, aber noch nicht zu einer Sensation. Basis des Fahrzeugs ist der koreanische SsangYong Actyon, der in seiner ursprünglichen Form vor allem durch sein eigenwilliges Design auffällt. Die Fahrleistungen des SUT sind für ein Fahrzeug seiner Grösse nicht die schlechtesten, die Höchstgeschwindigkeit wird mit etwa 150 km/h angegeben, der Sprint auf 100 km/h ist in gut zehn Sekunden erledigt. Ansonsten fährt sich der Wagen vermutlich wie sein benzinbetriebener Bruder. Bleibt nur noch der Blick auf die klassische Schwachstelle eines Elektroautos – die Batterien.
Und hier gibt es tatsächlich etwas zu entdecken: Lithium-Titanat-Akkus, die eigentliche Attraktion des Phoenix. Diese Akkus – vom Hersteller Altair Nanotechnologies Inc. nanoSafe™ getauft – verwenden anstatt der ansonsten bei Lithium-Ionen-Akkus benutzten Graphit-Anode eine nanostrukturierte Lithiumtitanat-Anode. Und dies hat in der Praxis einige Auswirkungen. Zunächst einmal kann sich Phoenix Motorcars die teuren Sicherheitssysteme sparen, die für Lithium-Ionen-Akkus nötig wären, denn die nanoSafe™-Akkus produzieren nicht nur wenig Wärme während der Entladung, sie halten auch Temperaturen bis zu 250°C stand – laut Altairnano sind die Akkus in einem Temperaturbereich von -35°C bis +75°C problemlos einsetzbar.
Ein weiterer Pluspunkt ist die lange Lebensdauer. Phoenix Motorcars gibt auf die Batterien eine Garantie von 12 Jahren bzw. 250.000 Meilen (was bereits mehr ist als das, was bei Verbrennungsmotoren garantiert wird). Doch wohlgemerkt: Wir sprechen immer noch von den Garantien des Herstellers. Altair Nanotechnologies gab bereits bekannt, dass die nanoSafe-Akkus ausgiebig getestet worden seien – offenbar sehr ausgiebig: Nach 15.000 Ladezyklen sollen die Akkus immer noch 85% ihrer Kapazität besitzen. Auf den Phoenix SUT bezogen hiesse das: Bei einer angegebenen Reichweite von über 100 Meilen hätte man nach knapp 2.500.000 gefahrenen Kilometern immer noch einen recht leistungsfähigen Akkusatz. Dadurch relativiert sich vielleicht auch der Kaufpreis von 45.000$ – wenn der SUT einmal das Zeitliche segnet, ist es gut möglich, dass die Batterien ein neues Auto bekommen.
Bleibt also das alte Leid – die Zeit des Aufladens? Nachdem man mit dem Elektrotruck 150 – 200km gefahren ist, muß man eben an die Steckdose und es dauert sechs Stunden, bis die Akkus aufgeladen sind. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Ist ein spezielles Ladegerät vorhanden, kann man den gesamten Akkusatz in weniger als zehn Minuten zu 95% wieder aufladen. Weniger als zehn Minuten! Hier wird es langsam offenbart: Nicht die Reichweiten sind das Problem von Elektrofahrzeugen, sondern die Ladezeit.
Wenn Altair Nanotechnologies und Phoenix Motorcars Recht behalten, gehört dieses Problem der Vergangenheit an. Wer sich ein Elektrofahrzeug mit Lithium-Titanat-Akkus kauft, wird sicherlich auch das entsprechende Ladegerät für die heimische Garage anschaffen. Was längere Touren angeht – nun, es wird sicher nicht an der Technik scheitern, wenn man das bereits überall vorhandene Tankstellennetz mit entsprechenden Ladestationen ausrüstet. Und wie bereits die Elektromobil News richtig geschrieben haben, wird wohl der erste Hersteller schnell-ladefähiger Elektrofahrzeuge die technologischen Standards für ein Schnell-Ladesystem bestimmen können.
Phoenix Motorcars liefert seinen SUT erst einmal als Flottenfahrzeug aus und strebt für das laufende Jahr eine Kleinserie von 500 Stück an. Im Jahr 2008 soll dann noch der SUV – mit ähnlich uninspiriertem Namen – hinzukommen sowie ein Batterie-Erweiterungspack, das die Reichweite auf bis zu 400 km erhöht.
Ein wenig von der Aufmerksamkeit, die solchen Blickfängern wie dem Tesla Roadster geschenkt wird, sollte man also vielleicht auf die Akkutechnologie des Phoenix SUT verwenden. Denn bei dem gewohnt günstigen und wartungsarmen Betrieb eines Elektroautos, das sich wie ein herkömmliches Auto nutzen lässt und obendrein nicht mehr die Schwächen hat, an denen ältere Batterietypen noch litten, stellt sich wirklich langsam die Frage, wo Verbrennungsmotoren eigentlich noch Vorteile haben.
siehe dazu auch:
- Loremo – Das Streben nach Effizienz
- OSCAR – Es könnte ja so einfach sein
- Der rasende Fanartikel
2 Kommentare »
Seit Wochen habe ich nun vor über ein Auto zu schreiben, das für ein Fahrzeug seiner Art ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit erhalten hat. Kaum eine Zeitung hat nicht über den Wagen berichtet und die Anzahl der Blogs (nur um ein paar Beispiele zu nennen ), die sich mit ihm befassen, ist ebenso groß. Es ist also nicht einfach, etwas über den Tesla Roadster zu schreiben, was nicht bereits an anderer Stelle geschrieben wurde.
Die Entstehungsgeschichte liest sich jedenfalls wie eine dieser typischen Silicon-Valley-Legenden. Elektrotechnik-Ingenieur und Firmengründer Martin Eberhardt hatte im Jahr 2000 gerade seine alte Firma Nuvo Media für 187 Millionen Dollar verkauft und wollte sich einen neuen Sportwagen gönnen. Die zum Teil horrenden Verbrauchswerte der gängigen Modelle erschütterten offenbar sein ökologisches Gewissen so stark, dass er begann, sich für elektrisch betriebene Fahrzeuge zu interessieren, die damals angebotenen Modelle waren augrund ihrer geringen Reichweite und des hohen Preises allerdings nicht nach Eberhardts Geschmack (und Elektro-Sportwagen gab es ohnehin nicht auf dem Markt).
Mit einigen Freunden, innovativen Ideen und 60 Millionen Dollar Risikokapital aus der Computer- und Internetbranche wurde 2003 die Firma Tesla Motors gegründet.

Bereits von aussen unterscheidet sich der Tesla Roadster sehr deutlich von bisherigen Elektroautos – und das ist gut so. Die Ähnlichkeit zur Elise ist sicherlich kein Zufall – die britische Autoschmiede Lotus steuert immerhin Karosserie und Chassis bei. Die eigentlichen Innovationen jedoch liegen im technischen Bereich: Anstatt die bislang bei Elektrofahrzeugen üblichen Akkus auf Blei- oder Nickelbasis zu verwenden, entschieden sich die Entwickler zur Verwendung von Lithium-Ionen-Akkus, wie sie bei Notebooks und Mobiltelefonen längst Standard sind. Diese sind zwar teurer, aber bereits erschwinglicher als vor einigen Jahren und besitzen eine höhere Leistungsdichte als bisherige Akkus. Der Tesla kommt – voll aufgeladen – bis zu 400 km weit, mehr als doppelt so viel wie die meisten bisherigen Elektroautos, das Aufladen dauert etwa dreieinhalb Stunden. Die Akkus wiegen allerdings auch etwa 450kg, das ist mehr als ein Drittel des gesamten Fahrzeuggewichts. Fairerweise darf man aber nicht vergessen, dass der Motor dafür nur etwa 35 kg wiegt – und etwa 248 PS leistet. Darüber hinaus verschweigen die nackten Zahlen, dass Elektromotoren bereits im Drehzahlkeller ihre volle Kraft entfalten.
Die bisherigen Fahreindrücke schienen durchweg positiv zu sein (es gibt beispielsweise hier eine Testfahrt als Video). Genauer gesagt, der Tesla scheint sich im Alltagsbetrieb gar nicht von “normalen” Sportwagen zu unterscheiden, er ist flott, wendig, vollgestopft mit komfortablen Extras und da ohnehin nur zwei (Vorwärts-)Gänge vorhanden sind, muss man auch nicht oft schalten. Wenn man allerdings richtig Gas gibt, kann man den Roadster in nur wenig mehr als vier Sekunden auf 100 km/h beschleunigen – Boxster, Z4, Elise und co. haben bei diesen Werten das Nachsehen. Kleiner Trost für die Benziner: Für den Elektrorenner ist spätestens bei Tempo 220 Schluß. Was man auf amerikanischen Highways allerdings lieber nicht probieren sollte.
Das Revolutionäre am Tesla Roadster ist daher auch, dass es sich – was seine Fahreigenschaften angeht – um einen ganz normalen Sportwagen der oberen Liga handelt. Mit 92.000$ müssen Käufer natürlich tief in die Tasche greifen, um ihn zu kaufen. Allerdings heissen die Konkurrenten des Tesla auch nicht VW oder Opel, sondern Porsche, Lotus oder gar Ferrari (zumindest lassen sich Journalisten gern zu diesem Vergleich hinreissen).
Die Entwickler von Elektrofahrzeugen dürfen sich jedenfalls bei Tesla Motors bedanken: Der Roadster ist ein rollendes Demonstrationsobjekt und Fanartikel zugleich. Nichts an diesem Spaßauto erinnert an bisherige Elektroautos, deren Fahrer ob der winzigen Abmessungen, der mässigen Fahrleistungen und der lächerlichen Reichweite meist mitleidige Blicke ernten (und neue Elektroautos sind meist nicht besser). Bislang sollen 270 Exemplare bestellt worden sein, meist von ökologisch engagierter Hollywood-Prominenz oder Unternehmern aus der lokalen IT-Branche. Außerhalb Kaliforniens wird es ohnehin schwierig, an ein Exemplar zu kommen.
Die Automobilbranche wird man damit natürlich nicht revolutionieren, zweisitzige Roadster der gehobenen Preisklasse sind und bleiben ein Nischenprodukt. Allerdings entwirft Tesla Motors bereits ein zweites Modell, den WhiteStar, für dessen Fertigung gerade eine Fabrik in Albuquerque gebaut wird. Der WhiteStar soll ein Fahrzeug der oberen Mittelklasse werden, zwischen 50.000$ und 65.000$ kosten – und selbstverständlich rein elektrisch betrieben werden. Falls das Modell Erfolg haben sollte, wird ein paar Jahre danach ein drittes, noch preisgünstigeres Modell folgen.
Photo Quelle/Copyright: fogcat5, cc creative commons Attribution-NonCommercial 2.0 (via flickr)
siehe dazu auch:
- Loremo – Das Streben nach Effizienz
- OSCAR – Es könnte ja so einfach sein
- Phoenix SUT – Nanotechnik inside
1 Kommentar »
|