Vor nicht allzu langer Zeit ereilte mich das Schicksal, daß die meisten von uns irgendwann trifft: Ich wurde 30 Jahre alt. Nun gibt es im Nordwesten Deutschlands hier und da, zumindest in meiner Heimat, einen lustigen Brauch: Wird ein Mann 30, so kippt man Müll vor’s Rathaus und läßt das Geburtstagskind alles zusammenfegen. Und zwar so lange, bis eine Jungfrau (wird nicht nachgeprüft) sich erbarmt und den armen Besenschwinger freiküsst.
Ist das ein Thema für
global warning, weil der alte Brauch die Müllberge des Landes weiter wachsen läßt? Oder weil es ein Beispiel dafür ist, daß jeder einzelne von uns etwas bewegen kann (und sei es ein Sack voll Müll mit Hilfe eines Besens)? Eigentlich nicht. Aber weil der Müll in meinem Fall aus einem Karton voller Kronkorken bestand (meine Familie war gnädig), habe ich mal nachgewogen und gerechnet:
Das Gewicht der Kronkorken beträgt etwa vier Kilogramm. Ich habe nicht einzeln gezählt, aber da ein Kronkorken etwa zwei Gramm wiegt, macht das etwa 2000 Bierflaschenverschlüsse. Kronkorken bestehen zum allergrößten Teil aus Weißblech, welches ich der Kategorie Mischschrott zurechnen würde. Gestern betrug der Preis für eine Tonne Mischschrott noch 119 Euro, ein Kilogramm Schrott bringt also knapp 12 Cent. Der Wert des Mülls, den ich zusammengekehrt habe, beträgt also rund 50 Cent.
Was lernen wir also daraus? Hauptsächlich, daß es sich nicht lohnt, mit einem Altmetallhändler um den Ankaufspreis zu feilschen. Der Materialwert sei meinem städtischen Entsorger gegönnt.
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Auch wenn Japan nicht unbedingt für seine natürlichen Bodenschätze bekannt ist, so hat es das Land doch geschafft, einige der größten Vorräte an Edelmetallen zu beherbergen. Nun hat man allerdings nicht zufällig neue Goldadern entdeckt, wie man meinen könnte. Nein, der Grund für die große Menge an Ressourcen liegt in den mittlerweile gigantisch angewachsenen Müllbergen des Landes. Auf den Deponien des Inselreiches liegen Millionen von ausrangierten Computern, Bildschirmen, Mobiltelefonen usw. und mit ihnen die entsprechende Menge an Gold, Silber, Kupfer, Platin, Indium, Palladium, Titan und anderen wertvollen Metallen.
Außerdem macht es sich bemerkbar, daß in kaum einem anderen Land HighTech-Artikel so schnell weggeworfen und neu angeschafft werden wie in Japan: Jedes Jahr werden 20 Millionen Mobiltelefone verkauft. Mit dem Erfolg, daß auf den Mülldeponien derzeit beispielsweise dreimal soviel Gold lagert wie jährlich weltweit gehandelt oder verbraucht wird. Entsprechend lohnenswert ist die industrielle Ausbeutung dieser “Goldreserven”: Während eine Tonne Erz lediglich etwa fünf Gramm Gold enthält, enthält eine Tonne “Handy-Müll” rund 150 Gramm des begehrten Edelmetalls (und nicht zu unterschätzende Mengen anderer Metalle).
(Informationen aus der Times Online, 08.09.2008)
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