Nicht nur weil Herbst ist, wird jetzt endlich mal der Staub vom GW-Blog runtergepustet und der Rost abgeschliffen.
Viel Spaß beim Lesen!
Author ArchivNicht nur weil Herbst ist, wird jetzt endlich mal der Staub vom GW-Blog runtergepustet und der Rost abgeschliffen. Viel Spaß beim Lesen! Ein Artikel bei n-tv erinnerte nochmals an einen unangenehmen Umstand, den Biotreibstoffe normalerweise mit sich bringen: Dort, wo Pflanzen zur Kraftstoffgewinnung wachsen, können normalerweise keine Nahrungsmittel angebaut werden, was beispielsweise in den USA schon zur Verteuerung von Mais geführt hat, da die Ernte zum großen Teil für die Ethanolproduktion verwendet wird. Die Jatropha bringt dieses Problem aus zwei Gründen nicht mit sich. Zum einen sind die stark ölhaltigen Nüsse ungeniessbar und können selbst nicht als Nahrungsmittel verwendet werden, zum anderen nimmt sie anderen Nutzpflanzen in der Regel keine Anbaufläche weg – die Jatropha scheint so genügsam zu sein, dass sie auch auf äußerst kargen Böden wächst, auf denen andere Kulturpflanzen nicht gedeihen. Nicht, dass sie dadurch in Mitteleuropa wachsen würde, Jatrophas sind eher in tropischen bis subtropischen Gebieten beheimatet. Am letzten Donnerstag zeigte MTV sein Herz für die Umwelt und erklärte den Tag zum Climate Change Day. So wurde auch hier in Deutschland zum ersten Mal die Episode der Tuning-Show “Pimp my ride” gezeigt, in der ein ‘65er Impala mit einem leistungsstarken Biodiesel-Motor ausgestattet wurde. So eindrucksvoll das Ergebnis auch wirkte, es zeigt auch einige regionale Unterschiede auf, was die Vorstellung von “Ökofahrzeugen” angeht. So gehen beispielsweise in Europa nur äußerst sparsame Autos wirklich als Ökofahrzeuge durch, meistens sind dies Kleinwagen mit einem Treibstoffverbrauch von deutlich unter fünf Litern. Auch alternative Antriebe oder Treibstoffe, beispielsweise der gerade erwähnte Fettsäuremethylester (oder auch Biodiesel), Ethanol oder Autogas machen ein Fahrzeug nicht automatisch zum Ökomobil. Das hat natürlich auch Folgen für das Image von Ökofahrzeugen: Sie gelten als ökologisch und meist auch ökonomisch sinnvolle Lösung, aber bekanntermassen sind dies nicht die einzigen Kriterien bei der Kaufentscheidung. So sind sparsame Autos mittlerweile sicherlich weit davon entfernt, im Alltag als Verkehrshindernisse aufzufallen und mit einigen Fahrzeugen, insbesondere modernen Turbodieseln, lassen sich durchaus sportliche Fahrleistungen erreichen. Dennoch lassen sie selten das Herz eines Autoliebhabers höher schlagen, der lieber zur stärker motorisierten Version seines Wunschfahrzeugs greift oder gleich ein grösseres Modell kauft. In den USA scheint wieder einmal alles etwas anders zu funktionieren. Als erstes fällt auf: Die Fahrzeuge sind meist eine Nummer grösser als anderswo. Im Moment sind Hybridfahrzeuge bei umweltbewussten Amerikanern sehr gefragt, vom relativ kleinen und vielzitierten Prius bis hin zum SUV (wobei anzumerken ist, dass auch ein zweieinhalb Tonnen schwerer Spritfresser mit zusätzlichem Elektromotor immer noch ein zweieinhalb Tonnen schwerer Spritfresser ist). Und wo wir schon von Elektromotoren sprechen: Auch die reinen Elektrofahrzeuge sehen oftmals etwas anders aus als in Europa oder Asien, wo die Stromfresser meist entweder winzig, langsam oder winzig und langsam sind. So ist der SUT von Phoenix Motorcars ein ausgewachsener Pick-up und der mittlerweile schon berühmte Tesla Roadster erreicht ohne weiteres die Beschleunigungswerte eines Supersportwagens. Die Botschaft, insbesondere beim Tesla, ist klar: ‘Seht her, auch ein Ökoauto ist ein “richtiges Auto!”‘ Es scheint besonders wichtig zu sein, dass man als Amerikaner keine Abstriche in Sachen Alltagstauglichkeit, Fahrspaß und Image machen muss, wenn man ein umweltfreundliches Auto fährt (und für die meisten deutschen Autofahrer scheint das selbe zu gelten). So wird in den USA offenbar erstmal am Image von sparsamen Fahrzeugen bzw. alternativen Antrieben gearbeitet, bevor es an die tatsächlichen Ersparnisse geht. So mag ein elektrisch betriebener Sportwagen durchaus umweltfreundlich sein – auch wenn er dabei mitbenzinbetriebenen Sportwagen um die Wette fährt. Betrachtet man sich allerdings den eingangs erwähnten Chevrolet Impala, sieht die Sache schon anders aus. In der Show “Pimp my ride” wurde dem Oldie ein 800 ps starker Motor eingepflanzt, der mit Biodiesel betrieben werden kann. Im Laufe der Episode, bei deren Aufzeichnung auch der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger zugegen war, liess der hochgezüchtete Impala sogar einen Lamborghini Gallardo bei einem Beschleunigungsrennen stehen. Eine sehr eindrucksvolle Demonstration – allerdings auch nicht mehr, denn hierzulande käme kaum jemand auf die Idee, einen 800 ps starken Wagen, der zudem mit dem ökologisch umstrittenen Biodiesel betrieben wird, als Ökofahrzeug zu preisen. Dennoch ist diese “Imagearbeit” vielleicht nicht ganz so unsinnig, wie es auf den ersten Blick scheint, denn gerade in den USA kommen Dieselmotoren gerade erst aus ihrem Nischendasein heraus, galten sie doch lange Zeit als schmutzig und langsam. Ist die Pionierarbeit erst getan, werden die Motoren sicherlich auch in den Staaten von allein sparsamer. Ist es nun also besser, Ökofahrzeuge zu entwickeln, die niemand kauft? Oder welche, die den Namen eigentlich nicht verdienen? Die Antwort kann in diesem Fall, wie so oft, nicht trivial ausfallen.
Jun
07
2007
G8-Gipfel: Der kleinste gemeinsame NennerGeschrieben von Curaitis in Meinungen, PolitikWenigstens die Kanzlerin ist zufrieden: Angela Merkel bezeichnete die heute erzielte Einigung der G8-Regierungschefs in Heiligendamm als “Riesenerfolg”. Richtig wäre aber wohl eher die Feststellung, dass sich die Anwesenden immerhin darauf einigen konnten, dass man die globale Erderwärmung als Problem anerkennt und etwas gegen die Ursachen unternehmen sollte. Die dabei formulierte Einigung ist allerdings so weit von einer konkreten Aussage entfernt wie es nur eben möglich ist:
Kritik an dieser Aussage ließ natürlich nicht lange auf sich warten. So bezeichnete Grünen-Bundesvorsitzender Reinhard Bütikofer den vermeintlichen Riesenerfolg der Gipfel-Teilnehmer als “Triumph der Unverbindlichkeit und ein Sieg der Wortklauberei“. “Das ist absolut zu wenig.” ließ Greenpeace verlauten.
Jun
04
2007
Studie: Klimawandel nützt etlichen BranchenGeschrieben von Curaitis in Klimawandel, Meinungen, WirtschaftEine heute in Frankfurt/Main vorgestellte Klimastudie der Deutschen Bank kommt zu dem Schluß, dass Teile der Wirtschaft vom Klimawandel profitieren werden. So werden die meisten Unternehmen auch nicht nur unmittelbar von den Veränderungen betroffen sein, sondern bereits von staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Folgen des Klimawandels, so die Finanzexperten. Zwar steht in der Studie wohl nichts, was wirklich überrascht, aber wissenschaftliche Untersuchungen sind für die Planungen von Unternehmen eine bessere Grundlage als bloße Vermutungen. Zu den wahrscheinlichen Gewinnern des Klimawandels werden demnach vor allem Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, Maschinenbau und Elektrotechnik, Gen- und Biotechnologie und ganz besonders die Baubranche zählen. Letztere könnte sogar doppelt profitieren. Natürlich werden Bauunternehmen und branchenverwandte Firmen mehr Aufträge erhalten, um beispielsweise vorhandene Gebäude zu modernisieren und somit energieeffizienter zu machen. Allerdings erwähnt der Spiegel zum selben Thema, dass “die Beseitigung von Schäden nach extremen Wetterereignissen Sonderkonjunkturen auslösen” könnte. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass – so betrachtet – auch Kriege konjunkturfördernd seien (was im Fall der Baubranche nicht einmal falsch wäre). Es bewahrheitet sich jedenfalls, dass eine Belebung der Wirtschaft Gewinner und Verlierer haben kann – so schön es für die Bauunternehmen auch wäre, lauter überflutete Häuser in Hochwassergebieten sanieren zu können, irgend jemand wird den Spaß bezahlen müssen. Spätestens nach dem jüngsten Vorstoß des US-amerikanischen Präsident George W. Bush fühlte ich mich, wenn es um die Maßnahmen zum Klimaschutz geht, die auf dem G8-Gipfel besprochen werden sollen, an eine Gruppe von Schülern erinnert, die eine gemeinsame Hausaufgabe abliefern soll. Ewig lange streiten sich alle Beteiligten darüber, was zu tun sei, wer welche Aufgaben übernimmt und wann die Arbeit fertig zu sein habe, und natürlich sind auch alle Schüler mit unterschiedlichem Eifer bei der Sache. Kurz vor der Präsentation meldet sich nun ausgerechnet die grösste Schlafmütze, die im Grunde noch gar nichts zum Gelingen beigetragen hat, zu Wort. Schüler George sorgt jetzt dafür, dass alles erledigt wird. So stellt er die Geschichte jedenfalls vor seinen Eltern dar, deren Rolle in diesem Fall vom amerikanischen Volk gespielt wird. Sobald es jedoch wieder an die Aufgabenverteilung geht, hält sich George mit konkreten Aussagen zurück (“Später, so in 18 Monaten vielleicht.”) Immerhin, die “US Global Leadership Campaign” hat die Eltern erstmal ruhig gestellt, und sogar der untätige Selbstdarsteller George hat in Tony Blair einen guten Kumpel, der ihm stets zur Seite springt (weshalb der kleine Tony – unter anderem wegen seiner Beteiligung am Irak-Streich – ja auch von seinen Eltern, also dem britischen Volk, von der Schule genommen wird). Von EU-Kommissionspräsident José Manuel gab es jedoch einen ordentlichen Rüffel: “Es ist klar, dass wir eine ehrgeizigere Position der USA brauchen.” Übersetzt: Die faule Sau soll auch was tun! Und was machen unsere eigenen Kinder? Sie verhalten sich unterschiedlich. Während die derzeitige Klassensprecherin Angela Merkel als Moderatorin versucht, durch möglichst neutrale Äußerungen niemanden vor den Kopf zu stoßen (“Das ist eine wichtige Stellungnahme”), betätigt sich Mitschüler Sigmar weiterhin als Antreiber und Klassenstreber, warnte davor, “man dürfe nicht auf ein trojanisches Pferd hereinfallen”. Sehr wahrscheinlich also, dass die Rasselbande im Laufe der kommenden Woche nicht mit ihren Aufgaben fertig wird und eigenmächtig den Abgabetermin nach hinten verlegt. Mal wieder. Und damit sie nicht gleich mit dem Unmut der Elternsprecher konfrontiert werden, haben sie auch kurzerhand den Schulhof abriegeln lassen. Da haben wir bei der Erziehung unserer Kleinen wohl alle noch eine Menge Arbeit zu leisten. Wenn es um technische Innovationen bei Fahrzeugen geht, wird viel über Autos gesprochen. Aber auch bei Zweirädern wird offenbar munter experimentiert. So liefert beispielsweise die Armor Enterprises gerade einen Prototypen eines elektrisch betriebenen Mopeds bzw. Motorrollers an einen Händler in Florida aus, um ihn einem groß angelegten Alltagstest zu unterziehen (man könnte auch von einem Beta-Test sprechen). Die Daten hören sich interessant an – die Höchstgeschwindigkeit wird mit 40 Meilen (64 km/h) angegeben, die Reichweite soll über 90 km betragen. Wer schon einmal anderthalb Stunden auf einem 50-Kubik-Roller gesessen hat, weiss, dass die Reichweite für die allermeisten Fahrten ausreichen sollte. Der altbekannte Wermutstropfen: Das Aufladen der Lithium-Ionen-Akkus dauert etwa vier Stunden. Ob sich Elektro-Scooter auf dem Markt mittelfristig durchsetzen können, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Leider macht Armor Electric noch keine Angaben über den anvisierten Preis, der allerdings vermutlich über dem eines handelsüblichen Rollers der 50-cm³-Klasse liegen dürfte (Lithium-Ionen-Akkus sind leider noch etwas teuer). Ökologisch betrachtet könnte die Entwicklung durchaus Sinn machen, ob sie eine ökonomische Alternative darstellt, muss sich erst noch herausstellen. Veranschlagt man für einen benzinbetriebenen Roller einen Anschaffungspreis von ca. 2000 Euro bei einem Verbrauch von ca. 3 Litern Normalbenzin (rechnen wir mal mit ca. 4,50 Euro, die sich auf 100 km einsparen lassen) sowie einer Laufleistung von 45.000 km, die die Akkus des Elektroscooters (mindestens) überstehen sollten (etwa 500 Ladezyklen), sollte der Roller nicht mehr als etwa 4000 Euro kosten (die Stromkosten habe ich mal unter den Tisch fallen lassen). Und Einsparungen hin oder her, für ein Zweirad dieser Leistungsklasse zahlen die wenigsten Menschen eine solche Summe. Wer nicht warten will: Dieser Elektroroller entspricht dem heutigen Stand der Technik, schafft 45 km/h Spitze, kommt ca. 70 km weit und kostet ca. 2200 Euro.
Mai
29
2007
Heimarbeit für den Klimaschutz?Geschrieben von Curaitis in CO²-Emissionen, Kurioses, LebenZugegeben, nicht jeder Arbeitsplatz lässt sich ohne weiteres auf den heimischen Schreibtisch auslagern, aber in vielen Fällen ist diese Möglichkeit durchaus gegeben. Aus welchen Gründen man sich auch immer entschliessen mag, zu Hause zu arbeiten statt ins Büro zu fahren, einen positiven Effekt auf das Klima hat Heimarbeit nicht in jedem Fall. Zu diesem Ergebnis gelangt jedenfalls eine Studie der WSP Environmental (ein Unternehmen, das sich auf Umwelt- und Energieberatung spezialisiert hat). So schreibt Treehugger.com (die heissen wirklich so!) zum Beispiel, die Einsparungseffekte durch die Nicht-Benutzung von Verkehrsmitteln würden teilweise dadurch aufgezehrt, dass Heizungen, Elektrogeräte etc. in Privathaushalten meist ineffizienter wären als entsprechende Einrichtungen in Privathaushalten – zumindest pro Person. In Zahlen ausgedrückt: Ein durchschnittlicher Heimarbeiter verursacht Emissionen von 2,38 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, ein durchschnittlicher Büroarbeiter lediglich 1,68 Tonnen. Zugegeben, das interessanteste an dieser Studie ist vermutlich die Tatsache, dass es tatsächlich Leute gibt, die so etwas ausrechnen. Abgesehen davon kann man aus der Studie sicherlich etwas lernen – zumindest über die Aussagekraft von Studien. Denn wie Treehugger.com richtig schreibt, sind die Zahlen von WSP nicht global anwendbar – die Studie wurde in Großbritannien erstellt, wo sicherlich andere Verhältnisse herrschen als beispielsweise in den USA, wo im Schnitt weniger Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, die Energienutzung anders ist usw. Und Auswirkungen auf Verkehrsplanung, Sozialleben von Angestellten usw. fallen vermutlich als Nebeneffekte der Heimarbeit noch wesentlich stärker ins Gewicht, lassen sich aber kaum quantifizieren. So schade es also für viele Planungen und Kalkulationen ist, es lässt sich nicht alles in Zahlen ausdrücken.
Mai
21
2007
Phoenix SUT – Nanotechnik insideGeschrieben von Curaitis in Auto, Elektrofahrzeug, Innovationen, VerkehrIm Laufe der letzten Wochen haben wir bei Global Warning über drei Autos geschrieben, die in ökologischer Hinsicht wegweisend sein könnten und bei denen die Entwickler mutiger und innovativer vorgegangen sind als die meisten “großen” Autohersteller. Als viertes Fahrzeug soll hier noch der Phoenix SUT zu Ehren kommen. Ein wenig von der Aufmerksamkeit, die solchen Blickfängern wie dem Tesla Roadster geschenkt wird, sollte man also vielleicht auf die Akkutechnologie des Phoenix SUT verwenden. Denn bei dem gewohnt günstigen und wartungsarmen Betrieb eines Elektroautos, das sich wie ein herkömmliches Auto nutzen lässt und obendrein nicht mehr die Schwächen hat, an denen ältere Batterietypen noch litten, stellt sich wirklich langsam die Frage, wo Verbrennungsmotoren eigentlich noch Vorteile haben. siehe dazu auch: - Loremo – Das Streben nach Effizienz Offenbar gibt es Chicago Leute, die ein “grünes Einkaufszentrum” entwickeln wollen (hab’s von AutoblogGreen, und die haben’s aus der Newsweek geklaut). Die veröffentlichte Illustration greift ein paar hübsche Ideen auf, wie z.B.
und noch ein paar andere Details. Ob Parklücken unterschiedlicher Grösse den erwünschten Effekt haben, bezweifle ich zwar – hierzulande bekommen es die meisten Autofahrer ja schon bei gleichgrossen Parklücken nicht hin, ihr Auto so darin abzustellen, dass es die benachbarten Fahrzeuge nicht behindert, warum soll das in den Staaten anders sein? Andere Details widerum machen durchaus Sinn – wenn es schon eine Mall sein muss. |