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Einer der größten Paketdienste der Welt, UPS, hat gerade zwölf elektrisch betriebene Fahrzeuge vom Hersteller Modec bestellt. Sechs davon sollen in Großbritannien getestet werden, die anderen sechs werden ab Februar nächsten Jahres in Deutschland eingesetzt.

Nirgendwo macht der Einsatz von Elektrofahrzeugen wohl so viel Sinn wie bei Paketdiensten. Bei einer vergleichsweise kurzen Gesamtstrecke mit unzähligen Stop-and-go-Phasen wird der Motor im Gegensatz zum herkömmlichen Verbrennungsmotor nur dann betrieben, wenn sich das Fahrzeug tatsächlich bewegt und verbraucht so erheblich weniger Energie. Außerdem können die Batterien durch die Rückgewinnung von Bremsenergie auch wieder aufgeladen werden. Die typische Distanz, die ein Lieferwagen bei UPS am Tag zurücklegt, soll etwa 30 km betragen – das ist etwa ein Viertel der theoretisch möglichen Gesamtstrecke.

Modec

Modec

Quelle: Autobloggreen, Modec

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Heute vor genau 25 Jahren fiel der offizielle Startschuss für den Probebetrieb der damals größten Windkraftanlage der Welt. Diese Grosse Windkraft Anlage (daher der blumige Name) sollte hauptsächlich der Technologieerprobung dienen. Der Rotor durchmaß knapp 100 m und die Nennleistung betrug stolze drei Megawatt. Da die Anlage allerdings chronisch reparaturanfällig war und es in vier Jahren Laufzeit lediglich auf etwa 420 Betriebsstunden brachte, wurde sich schließlich 1987 wieder demontiert.

Die große Windanlage war also erstmal ein Reinfall, der den Betreibern konventioneller Kraftwerke natürlich neue Argumente gegen die Nutzung der Windenergie brachte. Tatsächlich gab es auch nicht wenige die glaubten, GROWIAN sollte einzig und allein demonstrieren, daß die Nutzung von WIndenergie in großem Maßstab nicht funktioniert. Eine interessante Theorie, die man oftmals auch in anderen Branchen anfindet, wie z.B. im Automobilbereich, wo von namhaften Autoherstellern auf Automobilmessen ausgestellte Studien umweltfreundlicher Fahrzeuge eher abschreckende Wirkung auf potentielle Kunden hatten.

Nichtsdestotrotz zog man aus dem Fehlschlag den Schluß, daß große Windkraftanlagen einfach nicht mit konventionellen Kraftwerken konkurrieren konnten. Daher wurden in den folgenden Jahren vorwiegend kleinere Windanlagen aufgestellt. Allerdings ist auch diese Lehre aus dem GROWIAN-Betrieb längst veraltet: Die derzeit stärkste installierte Windenergieanlage bringt es auf die doppelte Nennleistung, also stolze 6 MW.

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Nur ein kurzer Einwurf von mir: Wie der Spiegel in seiner Online-Ausgabe berichtete, haben sich einige Politiker zu Wort gemeldet, die den geplanten Börsengang der Deutschen Bahn verhindern wollen. Nicht, weil sie nun die Bedeutung einer staatlich geführten Bahn für die Verkehrsplanung entdeckt hätten. Grund ist vielmehr, daß derzeit weltweit Börsenkurse und Aktienwerte ins Bodenlose fallen und es somit sehr wahrscheinlich ist, daß der Erlös aus dem Aktienverkauf weitaus geringer ausfallen wird als geplant – die Rede ist von höchstens vier Milliarden Euro, und das sind einmalige EInnahmen. Zum Vergleich: Allein im Bundeshaushalt 2008 sind für das Verkehrsministerium 24,4 Mrd Euro eingeplant.

An dieser Stelle möchte ich keinen Roman über das für und wider Bahnprivatisierung verfassen (ich halte die Idee samt ihrer Umsetzung nach wie vor für äußerst bescheiden). Bemerkenswert ist allerdings, daß am Ende vielleicht wieder das Richtige aus den falschen Gründen getan wird – also aus finanziellen Erwägungen heraus. So ist beispielsweise beim Kauf von Automobilen derzeit auch ein Trend hin zum Downsizing zu erkennen, neu angeschaffte Fahrzeuge sind im Mittel kleiner und sparsamer als das alte Modell. Die Vorliebe für umweltschonende, sparsame Fahrzeuge steigt proportional zum Spritpreis und führt in vielen Fällen dazu, daß die Menschen ganz auf ein Auto verzichten. Womit wir wieder bei der Rolle der Bahn bei der Bewältigung des zukünftig zu erwartenden Verkehrsaufkommens wären. Es wäre wirklich schade, wenn wir das gute Tafelsilber unter Wert verscherbeln würden.

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Vor nicht allzu langer Zeit ereilte mich das Schicksal, daß die meisten von uns irgendwann trifft: Ich wurde 30 Jahre alt. Nun gibt es im Nordwesten Deutschlands hier und da, zumindest in meiner Heimat, einen lustigen Brauch: Wird ein Mann 30, so kippt man Müll vor’s Rathaus und läßt das Geburtstagskind alles zusammenfegen. Und zwar so lange, bis eine Jungfrau (wird nicht nachgeprüft) sich erbarmt und den armen Besenschwinger freiküsst.
Ist das ein Thema für global warning, weil der alte Brauch die Müllberge des Landes weiter wachsen läßt? Oder weil es ein Beispiel dafür ist, daß jeder einzelne von uns etwas bewegen kann (und sei es ein Sack voll Müll mit Hilfe eines Besens)? Eigentlich nicht. Aber weil der Müll in meinem Fall aus einem Karton voller Kronkorken bestand (meine Familie war gnädig), habe ich mal nachgewogen und gerechnet:
Das Gewicht der Kronkorken beträgt etwa vier Kilogramm. Ich habe nicht einzeln gezählt, aber da ein Kronkorken etwa zwei Gramm wiegt, macht das etwa 2000 Bierflaschenverschlüsse. Kronkorken bestehen zum allergrößten Teil aus Weißblech, welches ich der Kategorie Mischschrott zurechnen würde. Gestern betrug der Preis für eine Tonne Mischschrott noch 119 Euro, ein Kilogramm Schrott bringt also knapp 12 Cent. Der Wert des Mülls, den ich zusammengekehrt habe, beträgt also rund 50 Cent.
Was lernen wir also daraus? Hauptsächlich, daß es sich nicht lohnt, mit einem Altmetallhändler um den Ankaufspreis zu feilschen. Der Materialwert sei meinem städtischen Entsorger gegönnt.

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Seit einiger Zeit geht es zu wie zu den Anfangstagen des Automobils. Auch wenn sich Elektroautos noch nicht flächendeckend durchgesetzt haben, gibt es immer mehr, vor allem kleine Hersteller, die sich mit Kleinserienmodellen auf den Markt wagen. Leider sind die meisten von ihnen immer noch Karikaturen auf typische Elektroautos, also winzig, langsam und mit ungenügender Reichweite gesegnet. Daher scheibe ich vor allem über Fahrzeuge, die ein wenig aus der Reihe fallen.

Tango

Tango

Dazu zählt definitiv auch der Tango. Als ich zum ersten Mal Bilder von der Kiste gesehen habe, wußte ich auch nicht, was dieses Auto eigentlich für einen Sinn hat. Der Tango bietet Platz für zwei Personen, die hintereinander sitzen dürfen wie in einem Kabinenroller. Allerdings hat der Wagen nicht die geringste Ähnlichkeit mit einem Kabinenroller – eher mit einem Ligier (das ist einer dieser Hersteller von 45km/h-Wägelchen). Kurz und geradezu grotesk schmal – rein optisch wirkt er tatsächlich wie der blechgewordene Alptraum aller Elektroauto-Gegner.

Schaut man sich die Performance des Tango an, erahnt man jedoch den Zweck dieses Fahrzeugs. Möglicherweise jedenfalls. Der Tango scheint dazu geschaffen worden zu sein, Erwartungen zu enttäuschen. Das muß ich allerdings näher erläutern:

Bei Treehugger gab es vor kurzem einen Beitrag, der auf einige Videos verwies, in denen man einen Tango in freier Wildbahn (also auf einem amerikanischen Freeway) bewundern konnte. Die Videos (Nr.1 und Nr.2) kann man sich auf Danny Fleets Seite ansehen – und das Vergnügen sollte man sich nicht entgehen lassen :) .

Zugegeben: Der Tango hat kaum praktischen Nutzwert, da er kaum Platz bietet. Er ist außerdem noch sauteuer und hat gewiß keinen Schönheitspreis verdient. Dennoch kommt mir das Fahren mit einem Verbrennungsmotor plötzlich wieder einmal verdammt primitiv vor: Ein Tango mit Top-Motorisierung beschleunigt nicht nur in vier Sekunden auf Tempo 100, sondern schafft auch in etwa 12 Sekunden die 200km/h-Marke (nicht, daß man es darauf anlegen sollte).

Man kann schon verstehen, warum George Clooney sich auch diesen Elektrorenner zugelegt hat, denn mit dem Tango kann er seine Kollegen in Hollywood tatsächlich demütigen, wenn diese ihre “herkömmlichen” Sportwagen und Luxuskarossen spazieren fahren. Denn von einem Tesla stehengelassen zu werden, ist eine Sache – Elektroantrieb hin oder her, er sieht immerhin aus wie ein reinrassiger Sportwagen. Aber wenn eine übermotorisierte Keksdose namens Tango die benzinfressenden Supersportler abhängt wie nichts, schlägt dies deren Besitzern schon auf den Magen.

Was die Moral dieser Geschichte ist, weiß ich immer noch nicht so recht. Braucht der Tango die Welt besser? Vielleicht nicht – aber auf jeden Fall ein bißchen lustiger.

Photo Quelle/Copyright: wsdot, cc creative commons Attribution-NonCommercial 2.0 (via flickr)

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Auch wenn Japan nicht unbedingt für seine natürlichen Bodenschätze bekannt ist, so hat es das Land doch geschafft, einige der größten Vorräte an Edelmetallen zu beherbergen. Nun hat man allerdings nicht zufällig neue Goldadern entdeckt, wie man meinen könnte. Nein, der Grund für die große Menge an Ressourcen liegt in den mittlerweile gigantisch angewachsenen Müllbergen des Landes. Auf den Deponien des Inselreiches liegen Millionen von ausrangierten Computern, Bildschirmen, Mobiltelefonen usw. und mit ihnen die entsprechende Menge an Gold, Silber, Kupfer, Platin, Indium, Palladium, Titan und anderen wertvollen Metallen.

Außerdem macht es sich bemerkbar, daß in kaum einem anderen Land HighTech-Artikel so schnell weggeworfen und neu angeschafft werden wie in Japan: Jedes Jahr werden 20 Millionen Mobiltelefone verkauft. Mit dem Erfolg, daß auf den Mülldeponien derzeit beispielsweise dreimal soviel Gold lagert wie jährlich weltweit gehandelt oder verbraucht wird. Entsprechend lohnenswert ist die industrielle Ausbeutung dieser “Goldreserven”: Während eine Tonne Erz lediglich etwa fünf Gramm Gold enthält, enthält eine Tonne “Handy-Müll” rund 150 Gramm des begehrten Edelmetalls (und nicht zu unterschätzende Mengen anderer Metalle).

(Informationen aus der Times Online, 08.09.2008)

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Ich schreibe zwar selten Einzeiler, aber gut…

In Melbourne haben sich die örtlichen Ordnungshüter neue Fahrzeuge angeschafft, um “antisoziales Verhalten” besser bekämpfen zu können. Es handelt sich dabei um fünf Hummer H3

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Man stelle sich vor: Beim Großeinkauf im Supermarkt steht man an der Kasse und darf zusätzlich zum Kaufpreis noch zwei Euro extra bezahlen dafür, daß man an der Kasse bedient wird. Also im Klartext: Man kauft etwas und muß dem Verkäufer für die entstandene Mühe noch zusätzlich eine Gebühr zahlen. Nicht einmal die Ferengi im StarTrek-Universum wären skrupellos genug für diese Form der Strafgebühr, wohl wissend, damit potentielle Kunden zu verprellen.

Daher kam die Idee von Bahnchef Hartmut Mehdorn gar nicht gut an, wonach alle Kunden, die ihre Fahrkarte bei leibhaftigen Menschen kaufen möchten, einen “Bedienzuschlag” von 2,50 Euro zu entrichten hätten. Bei Hin- und Rückfahrt also 5 Euro. Plus die Fahrpreiserhöhung von 4%. Dies ist einer der Gründe, weshalb ich die Privatisierung der Deutschen Bahn für eine schlechte Idee halte.

Was mich noch viel mehr erstaunt, ist die Instinklosigkeit des Bahnchefs (oder wer auch immer die entsprechende Idee hatte). Gerade jetzt, wo die Benzinpreise auf Rekordniveau sind (und sicher nicht mehr nennenswert fallen werden) und Innenstädte zunehmend Autos aus dem Zentrum verbannen, überlegen mehr Menschen als sonst, ob sie tatsächlich ein Automobil benötigen (Anm. des Autors: Selbst meine 83jährige Großmutter, die eigentlich immer mit anderen Leuten im Auto mitgefahren ist, fragte mich neulich, was denn eine Zugfahrt zur nächtgrößeren Stadt kosten würde, die neuen Züge würden ja sehr bequem aussehen).

Will man jedoch die Bereitschaft der Bürger, öffentliche Verkehrsmittel im Nah- und Fernverkehr zu nutzen, fördern, darf man sie nicht gleich durch starke Preiserhöhungen bzw. unverschämte Serviceaufschläge verprellen. Selbst, wenn man bei zynischer Sichtweise damit argumentiert, man hätte wenigstens warten können, bis die Leute ihre Autos verkauft und sich eine Bahncard zugelegt haben, bleibt es bei der Tatsache, daß der Zeitpunkt für Preiserhöhung und Serviceaufschlag (der zurecht nicht kommen wird), äußerst ungünstig gewählt war.

Will man, daß die Konsumenten dauerhaft zu Bahnfahrern werden, darf man die gängigen Vorurteile nicht auch noch fördern – nämlich, daß diese unpünktlich und teuer sei (wobei die Sache mit der Unpünktlichkeit durch Studien längst widerlegt ist). Die Preispolitik ist natürlich absichtlich an den Luftverkehr angelehnt: Hohe Basispreise, Rabatte bei frühzeitiger Buchung, hohe Stornierungskosten. Beispiel:

Der Fahrpreis für eine Bahnfahrt von Hamburg nach München per ICE 2.Klasse beträgt 122 Euro. Für Einzelpersonen ist es eine Überlegung wert, da man während der Fahrt auch noch lesen kann. Dagegen spricht das klassische Argument der Unabhängigkeit, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Reist man zu zwei, dritt oder viert, ist die Reise per Auto allerdings schon wieder günstiger. Das ändert sich widerum, wenn man eine Bahncard besitzt, dann kostet das Ticket bis zu 50% weniger. Ach ja, nimmt man den geringeren Komfort von Regionalverbindungen in Kauf und nimmt sich ein paar Stunden mehr Zeit, kostet die Fahrt nur noch ca. 85 Euro. Und für alle, die es billig mögen: Nimmt man Regionalverbindungen in Kauf und reist am Wochenende, kann man es für 35 Euro schaffen. Übrigens kann man sich dieses auch zu fünft teilen, macht also 7 Euro pro Person, was etwa dem regulären Preis einer Fahrt von Bremen nach Oldenburg entspricht (nur, daß die Strecke, die man mit den selben Kosten zurücklegen kann, etwa 16mal so lang ist). Aber das wäre eine extreme Art zu reisen.

Die Bahn versäumt es allerdings immer noch, potentielle Kunden auf Rabattmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Aktuell wird vor allem das “Dauer-Spezial“-Ticket beworben: Wer eine bestimmte Strecke mehrere Wochen im voraus rechtzeitig bucht, kann für 29 Euro zwischen zwei Städten reisen, das Kontingent ist begrenzt. Aus eigener Erfahrung kann ich dazu nur sagen: Auch wenn ich meine Fahrten meist sehr früh plane, habe ich es noch nie geschafft, eines der günstigsten Tickets zu erwischen, so daß ich mich lieber nach Alternativen umgesehen habe. Denn auch wenn die regulären Tickets günstiger sein mögen als eine Fahrt mit dem Auto: Die Bahn konkurriert auch mit Fahrgemeinschaften um Fahrgäste.

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Am kommenden Samstag ist Weltklimatag, unter anderem soll dann in Deutschland die Aktion “Licht aus” stattfinden: Zwischen 20:00 und 20:05 Uhr sollen alle Menschen das Licht ausschalten. Vor den Folgen warnen nun allerdings Wissenschaftler und Energiekonzerne, denn wenn an der Aktion zu viele Menschen teilnähmen, würde vorraussichtlich das Stromnetz zusammenbrechen – möglicherweise in ganz Europa.
Der Grund dafür ist recht simpel: Sinkt innerhalb eines kurzen Zeitraums der Strombedarf, liefern die Kraftwerke mehr Strom als benötigt wird. Vor allem Kohlekraftwerke benötigen mehrere Stunden, um komplett runtergefahren zu werden. Natürlich gibt es Mittel, um diese Überkapazitäten auszugleichen, beispielsweise, um Flußwasser in höher gelegene Talsperren zu pumpen und die so gespeicherte Energie bei Bedarf über Wasserkraftwerke wieder zurückzugewinnen. Die Kapazität dieser Pumpen hat allerdings ihre Grenzen. Das Instituts für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft an der RWTH Aachen hat ausgerechnet, daß nicht mehr als 10 Millionen Menschen das Licht ausmachen dürften (Fernseher, Computer und andere Elektrogeräte sind noch nicht eingerechnet!), um die Stabilität des Stromnetzes nicht zu gefährden.
Doch wie wahrscheinlich ist es, daß tatsächlich 10 Millionen Menschen an der Aktion teilnehmen? Nicht so unwahrscheinlich, wie es klingt: Laut BUND waren es in Frankreich bei einer ähnlichen Aktion sieben Millionen Teilnehmer, und die Franzosen gelten als weniger umweltbewußt als die Deutschen. Hinzu kommen noch die Bevölkerung in der Schweiz und Österreich, dort wurden die Menschen ebenfalls zur Teilnahme an der Aktion aufgerufen.
Können wir uns also schonmal auf einen großen europaweiten Stromausfall einstellen? Kann man überhaupt guten Gewissens das Licht ausschalten, ohne das Stromnetz lahmzulegen? Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, die Verbrauchsschwankungen etwas abzuschwächen, ohne auf die Aktion zu verzichten. Dies würden allerdings wohl wirklich nur die überzeugten Umweltschützer tun: Man schaltet einfach einige Stunden vorher schon das Licht aus und verzichtet am Samstag Abend auf Fernseher und andere Unterhaltungselektronik. So fällt die Schwankung um acht Uhr abends nicht mehr ganz so stark aus. Ich plädiere also nicht nur für die Teilnahme an der Aktion “Licht aus”, sondern auch für einen fernsehfreien Samstagabend. Doch diese Maßnahme wird ProSieben dann wohl nicht mehr unterstützen.

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Lange schien es so, als würden die Großserienhersteller die wirklich innovativen Ideen irgendwelchen kleineren Unternehmen überlassen, während sich vor allem die deutschen Hersteller offenbar lieber dem großen Duell Hybrid vs. Diesel widmeten, an den eigentlichen Fahrzeugkonzepten aber eigentlich kaum etwas änderten.
Auch als Volkswagen vor einigen Monaten auf der Frankfurter IAA die Kleinwagenstudie Up! vorstellte, hielt sich das Staunen in Grenzen – wären da nicht zwei Kleinigkeiten gewesen:
1. Warum sitzen die Zwei- und Dreizylindermotoren, die den Up! antreiben sollen, im Heck des Autos? Seit geschätzten 40 Jahren werden Neufahrzeuge eigentlich durchgehend mit Frontmotor entwickelt. Soll ein kleiner, leichter Heckmotor Vorteile bei der Gewichtsverteilung oder beim Raumangebot bringen?
2. VW kündigte bereits damals an, daß in den kommenden Monaten zwei weitere, auf dem Up! basierende, Studien vorgestellt würden. Dramaturgisch geschickt gemacht.

Studie Nr.2 trägt den Namen Space Up! und ist eine Art Microvan, mit 3,67m Länge zwar 23 Zentimeter länger als der kleinere Bruder, aber immer noch kürzer als ein Fox – der neben dem Space Up! hoffnungslos veraltet wirkt. Van, Heckmotor, auf einem Kleinwagen basierend – Vergleiche zum guten, alten “Bulli” drängten sich geradezu auf. Insgesamt eine tolle Studie, nur – was sollte als Nummer 3 kommen?

Seit der heutigen Präsentation auf der LA Auto Show wissen wir auch dies: Der dritte im Bunde trägt den Namen Space Up! Blue und wer nach der Präsentation noch dachte, der größte Unterschied zur zweiten Studie seien die hübschen Dachfensterchen im Samba-Bus-Stil, hat höchstwahrscheinlich auch sonst nicht viel mit Autos zu tun. Natürlich ist die Studie ein kleines Raumwunder geblieben, die technischen Änderungen sind allerdings bemerkenswert.

  • Der kleine Verbrennungsmotor im Heck mußte einem 61-PS-Elektromotor weichen. Damit beschleunigt der Up! Blue in 13,7 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h. Das sind keine Rekordwerte, allerdings ist der kleine Stromer-Van damit alles andere als ein Verkehrshindernis. Und gerade im unteren Geschwindigkeitsbereich dürfte die Beschleunigung ordentlich sein.
  • Um die Reichweite zu erhöhen, befindet sich im vorderen Bereich des Wagens eine neuentwickelte Hochtemperatur-Brennstoffzelle, die ohne aufwändiges Kühlsystem auskommt. Mit einem Vorrat von 3,3 kg Wasserstoff erhöht die Brennstoffzelle die Reichweite um etwa 250 km.
  • Zur eigentlichen Speicherung des Stroms befinden sich unter den Rücksitzen zwölf Lithium-Ionen-Akkus, deren Ladung für 100 km reichen soll, was für die meisten Strecken des Alltags völlig ausreicht. Die Akkus können auch an einer herkömmlichen Steckdose aufgeladen werden statt durch die Brennstoffzelle – klingt selbstverständlich, aber ich erwähne es trotzdem – der Prius bietet diese Option beispielsweise nicht (allerdings sind dessen Akkus ohnehin kleiner).
  • Auf dem Dach des Space Up! Blue sind Solarzellen mit einer Leistung von 150 Watt montiert. Sparfüchse sollten sich allerdings nicht zu früh freuen: Um die Akkus damit voll aufzuladen, muß man schon eine ganze Weile parken…

Zur großen Enttäuschung einiger Interessierter stellte VW die Serienreife eines solchen Fahrzeugs allerdings erst für das Jahr 2020 in Aussicht. Das dauert natürlich noch etwas, allerdings muß man dabei auch bedenken, daß das Auffüllen des Wasserstoffvorrates sich vorher mangels entsprechender Infrastruktur sicherlich noch etwas schwierig gestalten dürfte.

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