Seit einiger Zeit geht es zu wie zu den Anfangstagen des Automobils. Auch wenn sich Elektroautos noch nicht flächendeckend durchgesetzt haben, gibt es immer mehr, vor allem kleine Hersteller, die sich mit Kleinserienmodellen auf den Markt wagen. Leider sind die meisten von ihnen immer noch Karikaturen auf typische Elektroautos, also winzig, langsam und mit ungenügender Reichweite gesegnet. Daher scheibe ich vor allem über Fahrzeuge, die ein wenig aus der Reihe fallen.

Tango

Tango

Dazu zählt definitiv auch der Tango. Als ich zum ersten Mal Bilder von der Kiste gesehen habe, wußte ich auch nicht, was dieses Auto eigentlich für einen Sinn hat. Der Tango bietet Platz für zwei Personen, die hintereinander sitzen dürfen wie in einem Kabinenroller. Allerdings hat der Wagen nicht die geringste Ähnlichkeit mit einem Kabinenroller – eher mit einem Ligier (das ist einer dieser Hersteller von 45km/h-Wägelchen). Kurz und geradezu grotesk schmal – rein optisch wirkt er tatsächlich wie der blechgewordene Alptraum aller Elektroauto-Gegner.

Schaut man sich die Performance des Tango an, erahnt man jedoch den Zweck dieses Fahrzeugs. Möglicherweise jedenfalls. Der Tango scheint dazu geschaffen worden zu sein, Erwartungen zu enttäuschen. Das muß ich allerdings näher erläutern:

Bei Treehugger gab es vor kurzem einen Beitrag, der auf einige Videos verwies, in denen man einen Tango in freier Wildbahn (also auf einem amerikanischen Freeway) bewundern konnte. Die Videos (Nr.1 und Nr.2) kann man sich auf Danny Fleets Seite ansehen – und das Vergnügen sollte man sich nicht entgehen lassen :) .

Zugegeben: Der Tango hat kaum praktischen Nutzwert, da er kaum Platz bietet. Er ist außerdem noch sauteuer und hat gewiß keinen Schönheitspreis verdient. Dennoch kommt mir das Fahren mit einem Verbrennungsmotor plötzlich wieder einmal verdammt primitiv vor: Ein Tango mit Top-Motorisierung beschleunigt nicht nur in vier Sekunden auf Tempo 100, sondern schafft auch in etwa 12 Sekunden die 200km/h-Marke (nicht, daß man es darauf anlegen sollte).

Man kann schon verstehen, warum George Clooney sich auch diesen Elektrorenner zugelegt hat, denn mit dem Tango kann er seine Kollegen in Hollywood tatsächlich demütigen, wenn diese ihre “herkömmlichen” Sportwagen und Luxuskarossen spazieren fahren. Denn von einem Tesla stehengelassen zu werden, ist eine Sache – Elektroantrieb hin oder her, er sieht immerhin aus wie ein reinrassiger Sportwagen. Aber wenn eine übermotorisierte Keksdose namens Tango die benzinfressenden Supersportler abhängt wie nichts, schlägt dies deren Besitzern schon auf den Magen.

Was die Moral dieser Geschichte ist, weiß ich immer noch nicht so recht. Braucht der Tango die Welt besser? Vielleicht nicht – aber auf jeden Fall ein bißchen lustiger.

Photo Quelle/Copyright: wsdot, cc creative commons Attribution-NonCommercial 2.0 (via flickr)

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2 Antworten zu “My love is a Tango”
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Comments
  1. Stimme GERMANY Windows Vista Mozilla Firefox 3.0.2 sagt:

    Nun, wenn man die optische Schwelle überwunden hat kann es für diese Klasse der Kabinenroller doch einen Markt geben. Gerade für die gesellschaftliche Schicht der deutlich Besserverdienenden mag dieses verkleidete Motorrad eine Alternative sein. Morgens in der Vorstadt einsteigen, mit ausreichend Platz für 1 Person und Gepäck und hoher Geschwindigkeit zur Arbeitsstelle fahren und in der Tiefgarage bis zum Feierabend den Wagen wieder aufladen. Fürs Image und die Langstrecke steht dann noch die Oberklasse in der heimischen Garage, aber für die tägliche Fahrt zur Arbeit kann man damit doch was machen. Als Hersteller einer der beteiligten Baugruppen (Batterien, Motor, etc.) würde ich mir überlegen ob ich nicht mein mittleres Management auf diese Wagen zwangsumsiedle, aus Eco-PR-Gründen.

  2. Curaitis GERMANY Windows Vista Mozilla Firefox 3.0.1 sagt:

    Oh, es gibt bestimmt einen Markt für die Kiste, vor allem, weil es ja auch zwei “Spar”-Varianten gibt, der günstigste kostet knapp 20.000 Dollar und ist auch schon ziemlich flott.

  3.  
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