Mit Blick auf mein staubtrockenes Gemüsebeet, meinen sterbenden Rasen und mit Sonnenbrand auf Stirn und Nacken versuche ich jetzt mal, die jüngsten Debatten in meinem Umfeld zusammenzufassen. Natürlich ist es offensichtlich, dass die letzten Tage nun doch ungewöhnlich heiss waren, zumindest für den Monat April. Und zudem noch sehr niederschlagsarm. Und trocken. Und nun beginnt natürlich vielerorts der Streit: Ist der heisse April schon ein Beweis für die zunehmende Erderwärmung? Oder ist das ein ganz normaler Ausreisser, die er alle Jubeljahre eben mal vorkommt?

Die eine Seite sagt also:
“Der April 2007 war der heisseste April, den die Wetteraufzeichnung bisher registriert hat. In den letzten Jahren wurden von Jahr zu Jahr neue Temperaturrekorde aufgestellt. Alles eine Folge der kommenden Erderwärmung.”

Das glaube ich erstmal so noch nicht. Ein Indiz vielleicht, aber diese Hitzeperiode ist noch kein schlüssiger Beweis. Ausserdem gibt es zwischem lokalen Wetter und globalem Klima ja noch einen gewaltigen Unterschied, und nicht in jeder Region der Erde ist es um vieles wärmer geworden.

Nun ja, die Klimaskeptiker halten dagegen:

“Die schlauen Klimaforscher haben doch prognostiziert, dass die Frühlingsmonate in Deutschland nass und regnerisch werden, bevor es heiss wird. Dieser Irrtum zeigt jawohl, dass die Menschheit das ganze Weltklima noch überhaupt nicht verstanden hat. Die Prognosen bezüglich der Erderwärmung sind also genauso falsch.”

Die komplette Anti-These also. Wie nun die Skeptiker vom Wetter eines einzigen Jahres schlüssig auf die Folgen für das Weltklima schliessen wollen, mag der Himmel wissen. Man kann nach aktuellem Erkenntnisstand weder das eine noch das andere zu 100% beweisen (die IPCC schätzt die Wahrscheinlichkeit der menschgemachten Erderwärmung immerhin auf 90%).

Welche Motive die “Klimahysteriker” haben, um zu ihrer Behauptung zu stehen, ist unterschiedlich. Die einen haben echte Sorge um die Zukunft der Menschheit, die anderen treibt das Streben nach der besten Schlagzeile, je apokalyptischer desto besser. Ob die Motive der “Klimaskeptiker” nun besser sind? Treibt sie die Sorge um die arme, ausgebeutete Erdölindustrie? Oder wollen sie bei Klimadebatten einfach das letzte Wort haben?

Gut, einige Schlagzeilen erscheinen auf den ersten Blick abenteuerlich. Je nach Zeitung werden im Geiste bereits Hamburg, London und New York versenkt (wobei ich nicht ausschliessen möchte, dass das längerfristig passieren wird). Aber dass die Skeptiker mit eigenen Scheinargumenten kommen, macht ihre Haltung nicht richtiger. Mein “Lieblingsargument” aus der jüngsten Zeit ist die beliebte Äusserung, im Mittelalter wäre es so warm gewesen, dass die Menschen in England und im Süden Schottlands sogar Wein angebaut hätten. Das muss ja wirklich warm gewesen sein! Allerdings gilt es zwei Dinge zu beachten: Zum einen muss man die Zeiträume betrachten, in denen die Temperaturveränderung stattgefunden hat. Ob es nun einige hundert Jahre gedauert hat oder – wie in der Neuzeit – nur 100 oder gar 50 Jahre, bis messbare Veränderungen auftreten, macht einen gewaltigen Unterschied. Desweiteren muss man den kulturellen und historischen Kontext beachten: Wein wurde vor allem in Kirchen und Klöstern für einige Bräuche verwendet (oder auch einfach so getrunken), und es war in vielen Fällen wohl etwas aufwändig, sich die gesamte Menge an Wein aus dem Mittelmeerraum kommen zu lassen. Also wurde er vor Ort angebaut. Im Übrigen: Wenn man die These “warm war es immer mal wieder” mit dem Argument belegt, vor mehreren hundert Jahren hätte man in Schottland Wein angebaut, so ist dieses Argument nur dann wirksam, wenn dies heutzutage nicht mehr der Fall wäre. Darauf einen  Cairn O’ Mohr.

Schon in anderen Beiträgen habe ich meine Ansicht geschrieben und ich bleibe bei meiner Haltung: Wenn man Energie spart, nachwachsende Ressourcen nutzt oder sonstige umweltschonende Maßnahmen ergreift, so mag man es tun um das Weltklima zu schonen, fossile Energieträger einzusparen, weniger Schadstoffe zu emittieren oder einfach um Geld zu sparen – eigentlich ist das Motiv egal, es kommt unterm Strich auf das Selbe raus.

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Eine Antwort zu “Zum Aprilwetter: Darauf einen Cairn O’ Mohr”
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Comments
  1. Tobi GERMANY Windows XP Mozilla Firefox 2.0.0.3 sagt:

    Also ich denke auch nicht, dass das heiße Aprilwetter eine Folge des Klimawandels ist, obwohl ich kein Klimaskeptiker bin. Denn die Folgen des Klimawandels werden langsam kommen und es wird keine Schlagartige Veränderung geben. Es kann sein, dass im nächsten April vielleicht Schnee fällt.

    Zum Energiesparen kann ich nur sagen: Es kann eigentlich nur Vorteile haben, denn man spart Geld, fördert Produkte, die Energie effizienter nutzen und der CO2 Ausstoß wird geringer.

    Und noch etwas: Ich finde, die Klimaskeptiker können sagen, was sie wollen, aber in einem müssen sie uns Rechtgeben: Es muss eine modernisierung der Energieerzeugung hin zu Regenerativen Energien geben, die es genauso gut schaffen, die Welt mit Strom zu versorgen.

  2.  
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